staggered
Nicht direkt gegenüber voneinander angeordnet.
versetzt: Räder auf der gleichen Achse, die nicht fluchten
Bei Schienenfahrzeugen bezeichnet versetzt die absichtliche seitliche Verschiebung von Rädern, die auf der gleichen Achse montiert sind. Statt sich direkt gegenüber zu sitzen, ist ein Rad entlang der Achswelle nach vorne oder hinten verschoben. Diese Anordnung findet sich in verschiedenen Drehgestellen und Laufwerken, besonders bei Güterwagen und manchen Reisezugwagen, wo eine exakte Radausrichtung zu Betriebsproblemen führen würde.
Der Hauptgrund für die Versetzung ist die Vermeidung von Spurkranzreibung und Schienenklettern, besonders in Kurven. Wenn Räder sich genau gegenüber befinden, können sie am gleichen Punkt in die Schienenoberkante greifen, was zu übermäßigem Verschleiß und konzentrierter Seitenkraft führt. Durch die Versetzung der Räder läuft jedes auf einer etwas anderen Linie und verteilt die Kontaktpressung gleichmäßiger, wodurch die Neigung des Radsatzes, die Schiene während enger Kurven oder Notbremsungen zu erklimmen, sinkt.
Güterwagen-Drehgestelle setzen häufig auf Versetzung, um die rauen Gleisbedingungen und hohen Seitenkräfte des Güterbahn-Betriebs zu bewältigen. Die Versetzung beträgt je nach Achsstand und vorgesehener Betriebsart typisch zwischen 10 und 25 Millimetern. Manche Gelenkwagen und Schwerlastfahrzeuge nutzen extreme Versetzung, um sehr kleine Kurvenradien ohne Entgleisung zu bewältigen.
Der Nachteil ist erhöhter Reifenverschleiß und Wärmeerzeugung, da die Räder nicht mehr auf identischen Bahnen laufen. Versetzte Radsätze können auch auf gerader Strecke zu Spurungsproblemen führen, wenn die Versetzung zu groß ist; das kann dazu führen, dass ein Rad vorlässig wird und Lauf-Oszillationen auslöst. Daher wird die Versetzung sorgfältig durch Achslast, Geschwindigkeitseinstufung und das Kurvenprofil der vorgesehenen Strecke begrenzt.