Blocksystem
Englisch: block system
Auf Eisenbahnen ein System, bei dem die Strecke in Abschnitte von drei bis vier Meilen unterteilt wird und Züge durch elektrische Signale gesteuert werden, sodass kein Zug einen Abschnitt befahren darf, bevor der vorherige Zug ihn verlassen hat.
Blocksystem: Eisenbahnsicherheit durch Streckenaufteilung
Das Blocksystem teilt eine Eisenbahnstrecke in feste Abschnitte, typischerweise vier bis sechs Kilometer lang, und nutzt Signale, um sicherzustellen, dass sich nur ein Zug gleichzeitig in einem Abschnitt aufhält. Jeder Abschnitt oder Block wird durch ein Signal am Eingang geschützt; ein Zug darf in einen Block erst einfahren, wenn das Signal frei ist, was nur geschieht, wenn der vorausfahrende Zug den Block vollständig verlassen hat. Dies verhindert Kopfzusammenstöße und Auffahrunfälle, indem es den Abstand erzwingt und automatisch sichert.
Das System arbeitet über Gleisfreimeldungen: elektrische Stromkreise, die über die Schienen selbst geschlossen werden. Wenn ein Zug einen Block besetzt, überbrücken seine Räder und Achsen die Schienen und verändern den elektrischen Zustand dieses Abschnitts. Diese Änderung bewirkt, dass das Signal am Blockeingang "Halt" anzeigt und jeden nachfolgenden Zug aufhält. Wenn der Zug voranfährt und den Block verlässt, wird der Stromkreis zurückgesetzt und das Signal gibt frei, damit der nächste Zug einfahren kann.
Varianten und Ausführung
Es gibt zwei Hauptvarianten: das absolute Blocksystem, bei dem sich unter keinen Umständen mehr als ein Zug in einem Block aufhalten darf, und das permissive Blocksystem, das einem zweiten Zug bei freier Strecke das Einfahren mit verminderter Geschwindigkeit erlaubt. Permissive Blöcke werden auf stark belasteten Strecken verwendet, wo absolute Blöcke die Leistungsfähigkeit stark einschränken würden. Moderne Eisenbahnen setzen auch automatische Zugsicherungssysteme (ATP) ein, die manuelle Signalbeobachtung ergänzen oder ersetzen, wobei das Blockprinzip jedoch die Grundlage der Zugtrennung bleibt.
Die Blocklänge richtet sich nach Streckengeschwindigkeit und Verkehrsdichte. Schnelle Hauptstrecken nutzen längere Blöcke, überlastete Vorortsstrecken kürzere. Ein zu langer Block schafft gefährliche Abstände, ein zu kurzer macht die Signalanlage kostspielig und komplex. Das Signal selbst, traditionell ein mechanischer Arm oder farbiges Licht, muss so positioniert sein, dass Triebfahrzeugführer es mit ausreichendem Bremsweg erkennen können.
Das Blocksystem ist grundlegend für alle Eisenbahnsicherheitsvorschriften und wird seit der Mitte des 19. Jahrhunderts durchgehend angewendet. Es besteht in modernen Signalsystemen fort, weil es eine einfache, überprüfbare Regel bietet: kein zweiter Zug in einem Block. Mängel in der Instandhaltung des Blocksystems, etwa defekte Gleisfreimeldungen oder übersehene Signale, gehören zu den Hauptursachen von Eisenbahnunfällen. Die Wirksamkeit des Systems hängt völlig ab von gewissenhaftem Betrieb und ordnungsgemäßer Instandhaltung von Signalen und Gleisdetektoren.