Meet-me Room
Englisch: meet-me room
Raum in einem Co-Location-Zentrum, in dem Telekommunikationsunternehmen physisch miteinander verbunden werden und Daten austauschen können, ohne Local-Loop-Gebühren zu zahlen.
Meet-Me-Room: Wo Carrier sich anschließen und die letzte Meile umgehen
Ein Meet-Me-Room ist ein neutraler Übergangspunkt in einem Rechenzentrum, an dem mehrere Telekommunikations-Carrier ihre Netzwerk-Infrastruktur zusammenbringen. Anstatt dass jeder Carrier separate Kabel zu Kundenstandorten verlegt, beenden sie ihre Ausrüstung in einem gemeinsamen Raum, verbinden sich direkt untereinander und übergeben den Datenverkehr, ohne die Local-Loop-Gebühren zahlen zu müssen, die anfallen würden, wenn die Daten durch die Infrastruktur des Telefonanbieters zurück fließen müssten. Das Ergebnis sind niedrigere Latenzen, reduzierte Kosten und direktes Peering zwischen Netzwerken.
Das physische Layout ist unkompliziert: Carrier mieten Cage-Platz oder Kabinettplätze, installieren ihre eigenen Router, Switches und optische Ausrüstung und schließen sich dann an Cross-Connect-Panels oder Faserteilungsrahmen an. Ein einzelner Meet-Me-Room kann in einem großen Ballungsraum 50 oder 100 Carrier beherbergen. Die Cross-Connect-Infrastruktur, verwaltet durch den Rechenzentrum-Betreiber, ist passiv: Sie besteht einfach aus Glasfaserkabeln, Kupferjumpern und Patchfeldern, die es Carriern erlauben, ihre eigenen Verbindungen zu verdrahten, ohne die Hardware anderer zu berühren.
Warum sie in der Netzwerk-Wirtschaft bedeutsam sind
Meet-Me-Rooms existieren wegen regulatorischer und wirtschaftlicher Reibung im Telekombereich. Von Carriern wird erwartet, dass sie für das Recht zahlen, die Local Loop zu nutzen, also die letzte Kupfer- oder Glasfaserstrecke, die ein Gebäude mit dem Telefonnetz verbindet. Durch das Treffen in einer neutralen Einrichtung umgehen sie diese Gebühr vollständig. Ein Carrier, der ein großes Bürogebäude bedient, kann seine Schaltung im Meet-Me-Room beenden und direkt mit anderen Carriern oder Internet-Exchanges peeren und behandelt diese Einrichtung damit faktisch als Endpunkt. Das ist seit den späten 1990er Jahren Standard in Colocation-Einrichtungen.
Der Begriff stammt aus der Welt der Vermittelten Telekommunikation, wo Fernverkehrs-Carrier Punkte brauchten, um sich zu verbinden, ohne die Infrastruktur des lokalen Telefonanbieters zu durchlaufen. Die moderne Verwendung hat sich verbreitert und umfasst jede Austausch-Einrichtung, wo mehrere Carrier oder Content-Netzwerke sich cross-connecten können. Internet-Exchange-Points (IXPs) funktionieren nach dem gleichen Prinzip, fügen aber typischerweise Switching oder Routing hinzu, anstatt rein passiv zu bleiben.
Operative Herausforderungen konzentrieren sich auf Kabelmanagement, Stromverteilung und die Sicherheit von Ausrüstung in gemeinsam genutztem Raum. Carrier müssen mit dem Rechenzentrum-Betreiber abstimmen, um sicherzustellen, dass ihre Cross-Connects nicht mit anderen interferieren, dass Patchfelder korrekt beschriftet sind und dass physische Sicherheit Diebstahl oder versehentliche Trennungen verhindert. In hochfrequenten Hubs wie New York, London oder Singapur kann ein einzelner Meet-Me-Room Hunderte von Kilowatt und Tausende von Faserterminierungen verbrauchen.