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Drucktechnik

Meridian

Englisch: meridian

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Schriftgrad zwischen Double Great Primer und Canon, standardisiert auf 44 Punkt.

Meridian: Eine vergessene Schriftgröße von 44 Punkt

Im historischen typografischen System war Meridian eine standardisierte Schriftgröße zwischen Double Great Primer (36 Punkt) und Canon (48 Punkt), festgelegt auf 44 Punkt. Sie gehörte zur traditionellen Reihe benannter Schriftgrößen, die Setzer vor Einführung des modernen Punktsystems verwendeten. Diese Zwischengröße erfüllte spezifische Gestaltungsaufgaben, besonders bei Auszeichnungssatz und Buchtiteln, wo der Sprung von 36 auf 48 Punkt zu groß wirkte.

Die benannten Schriftgrößen, einschließlich Meridian, entstanden aus der Handgießerei-Praxis, als Schrift nach physischen Größenkategorien statt nach Zahlenangaben verkauft und organisiert wurde. Setzer bestellten nach Namen: Pica, Small Pica, English, Great Primer, Double Great Primer, Meridian, Canon und so weiter. Jede Größe hatte unterschiedliche praktische Verwendungen im Satz; Meridian besetzt jenen schmalen Bereich, wo man etwas Gewicht über Fließtext brauchte, aber nicht die volle Wirkung einer Canon-Überschrift. Handelskataloge von Gießereien wie Caslon oder Stephenson Blake führten sie bis ins 19. und frühe 20. Jahrhundert regelmäßig auf.

Die Einführung des Punktsystems, international ab den 1880er Jahren standardisiert, machte benannte Größen überflüssig. Sobald Punktmessung zum Branchenstandard wurde, konnten Setzer 44 Punkt direkt angeben, ohne ein poetisches Label zu brauchen. Meridian hielt sich am längsten in der britischen Typografie, wo die alte Terminologie in Gießereien und bei konservativen Setzern bis weit ins 20. Jahrhundert hinein fortbestand. Mit dem Aufkommen der Fotosatz-Technik waren die benannten Größen bereits historische Relikte.

Sie treffen Meridian hauptsächlich in typografischen Fachgeschichten, Gießerei-Musterbüchern und Schriftmuster-Sammlungen an. Moderne Schriftgestalter und digitale Gießereien verwenden den Begriff nicht; der 44-Punkt-Bereich existiert heute als reine Zahlenangabe ohne besondere Bezeichnung. Meridian zu kennen ist vor allem wichtig für alle, die mit historischen Schriftmustern arbeiten, alte Druckmaschinen restaurieren oder erforschen, wie Setzer ihr Handwerk vor der Standardisierung organisierten, die die Sprache der Typografie vereinfachte und vereinheitlichte.

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