SpracheEnglishDeutsch
Bauwesen

metallische Abdichtung

Englisch: metallic waterproofing

Fein verteilte Eisenpartikel mit Oxidationskatalysator, die beim Mischen mit Wasser oder Wasser-Zement-Sand-Gemisch aufquellen und eine wasserundurchlässige Schicht bilden, die sich mit der Oberfläche verbindet.

Metallische Abdichtung: Eisenstaub, der bei Feuchte aufquillt

Metallische Abdichtung ist ein kristallines Beschichtungssystem aus fein gemahlenen Eisenpartikeln, typischerweise zwischen 100 und 300 Mikron, vermischt mit einem Oxidationskatalysator wie Natriumnitrit oder Wasserstoffperoxid. Wenn das trockene Pulver mit Wasser vermischt wird, oxidiert das Eisen schnell und dehnt sich aus und bildet eine dichte, undurchlässige Schicht, die direkt auf Beton- oder Mauerwerksuntergrund haftet. Die Ausdehnung füllt Kapillaren und haarfeine Risse an der Oberfläche und schafft so eine selbstheilende Barriere gegen Wassereindringung.

Das System wird als Einkomponenten-Pulver geliefert, das Handwerker mit Wasser zu einer Suspension vermischen, oder manchmal als Zweikomponenten-System, bei dem der Katalysator bis zur Verarbeitung getrennt bleibt. Die Ergiebigkeit hängt von der Oberflächenporenstruktur ab, liegt aber typischerweise bei 1,5 bis 2,5 Kilogramm pro Quadratmeter. Die Verarbeitung erfolgt mit Pinsel, Rolle oder Kelle. Die Beschichtung beginnt innerhalb von Stunden auszuhärten und erreicht volle Festigkeit in 7 bis 14 Tagen, wobei der größte Teil der Feuchtigkeitsbeständigkeit in den ersten 24 bis 48 Stunden entwickelt wird.

Metallische Abdichtung funktioniert am besten auf Betonoberflächen mit mäßiger Feuchtebelastung wie Kellerräume, Innenseiten von Wassertanks und Parkdecks. Sie haftet mechanisch statt chemisch, daher ist die Untergrundvorbereitung kritisch: Flächen müssen sauber sein, feucht (weder nass noch trocken) und frei von Zementschleier, Staub und losem Material. Im Gegensatz zu Membran-Beschichtungen wird metallische Abdichtung Teil der Betonmatrix und kann bei korrekter Verarbeitung nicht abblättern. Sie ist jedoch nicht für dauerhaft überstaute Anwendungen oder für die Verwendung unter Fliesen oder anderen Belägen geeignet, die verhindern würden, dass Feuchte die Beschichtung erreicht.

Einschränkungen und Varianten

Die Beschichtung bietet aktive Abdichtung durch chemische Ausdehnung, ihre Wirksamkeit hängt aber stark von korrektem Mischen und Verarbeitungstechnik ab. Wenn die Eisenpartikel zu grob sind, verteilen sie sich nicht gleichmäßig und setzen sich ab; wenn der Wassergehalt zu hoch ist, wird die Ausdehnung verdünnt. Die Beschichtung ist typischerweise grau oder rotbraun und muss bei gemäßigten Temperaturen aushärten. Sie darf nicht bei Frost oder direkter Sonneneinstrahlung aufgetragen werden, und der Untergrund darf nicht zu schnell austrocknen, da dies die Oxidationsreaktion unterbrechen kann.

Metallische Abdichtung unterscheidet sich von polymergestützten Membranen und hydrophoben Behandlungen. Sie nimmt eine Mittelposition ein: günstiger und einfacher als elastomere Beschichtungen, aber zuverlässiger als oberflächlich aufgetragene Versiegelungen gegen strukturelle Wassereindringung. Das System wird manchmal kristalline Abdichtung genannt, dieser Begriff wird aber manchmal breiter auf andere reaktive Beschichtungssysteme angewendet. Die eisenbasierte Chemie verleiht dem System seinen charakteristischen Rostgeruch beim Aushärten und seine Beständigkeit in leicht sauren Umgebungen, in denen andere Beschichtungen versagen könnten.

Mehr aus Construction

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.