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Bahntechnik

Mineralwagen

Englisch: mineral wagon

Offener Güterwagen mit relativ hohen Seitenwänden für den Transport von Mineralien wie Kohle oder Eisenerz.

Erzkug: offener Güterwagen für Schüttgüter wie Erz und Kohle

Ein Erzkug ist ein Eisenbahn-Güterwagen mit offener Ladefläche und hohen Seitenwänden, konstruiert zum Transport von Schüttgütern wie Kohle, Eisenerz und anderen Rohstoffen. Der Wagen sitzt tief über den Schienen und fährt üblicherweise auf zwei Drehgestellen mit großen Achslasten, um Nutzlasten von 20 bis 40 Tonnen oder mehr zu tragen, je nach Konstruktion und Vorgaben des Bahnbetreibers.

Das Kennzeichen ist die hohe Seitenwand, üblicherweise 1,2 bis 1,5 Meter über der Ladefläche, die verhindert, dass Material während des Transports herausfällt, und die volle Nutzung der Ladhöhe innerhalb des Lichtraumprofils ermöglicht. Seitenwände bestehen typischerweise aus genietetem oder geschweißtem Baustahl, oft mit leichter Verjüngung nach oben, um Wasser abzuweisen und die Steifigkeit zu verbessern. Die offene Bauweise ermöglicht auch schnelle Entladung: Erzküge werden entweder durch Kippmechanismen in Gruben und Häfen geleert oder durch Hand- oder Maschinenentladung an Industriegleisen.

Konstruktion und Entladeverfahren

Frühe Erzküge hatten feste Seitenwände und erforderten manuelle Entladung oder feststehende Kippanlagen. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurden selbstentladende Wagen in vielen Systemen Standard, mit hydraulischen oder mechanischen Kippvorrichtungen, die den gesamten Aufbau zur Seite drehen, um den Inhalt auf ein Nachbargleis oder einen Schacht zu entleeren. Einige Bauarten haben abnehmbare Seitenpaneele oder Kippböden für spezielle Frachten; andere verfügen über innenliegende Enddüren zur genauen Kontrolle der Entladerate. Der Boden ist üblicherweise leicht geneigt und kann je nach Mineral und Entladeverfahren mit Holz, Stahlblechen ausgekleidet oder blanko belassen sein.

Erzküge sind eine Hauptstütze der schweren Industriebahnen und alter Gütvernetzungen. Sie unterscheiden sich von geschlossenen Schüttgütern, die den Inhalt vor Wetter und Verschmutzung schützen, und von allgemeinen Güterwagen mit niedrigeren Seitenwänden für gemischte Frachten. Der Begriff ist vor allem britisch; nordamerikanische Entsprechungen heißen je nach Entladeverfahren und Kapazität ore cars, coal hoppers oder gondola cars.

Typische Probleme sind Seitenverschleiß durch Schleiftätigkeit beim Beladen, Rostdurchbruch in Stahlseitenwänden bei Feuchtigkeit und feinen Mineralien sowie Achsen- oder Drehgestellschäden durch ungleichmäßiges Beladen oder Stoßbelastungen beim Kippen. Regelmäßige Prüfung von Schweißnähten, Bodenintegrität und Kupplungskomponenten ist für den sicheren Betrieb auf Hauptstrecken wesentlich. Instandhaltungskosten sind während der 40 bis 60 Jahre Lebensdauer erheblich, besonders bei Fahrzeugen in korrosiven Gruben- und Hafenumgebungen.

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