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Forst und Holz

Misery Whip

Englisch: misery whip

Zweimann-Säge zum Fällen großer Bäume, oft über drei Meter lang.

Elendssäge: die Zweimann-Zugsäge, die sich ihren Namen redlich verdient hat

Eine Elendssäge ist eine lange Zugsäge für zwei Bedienungspersonen, die gemeinsam große Bäume fällen und Stämme zerkleinern. Die Säge ist typischerweise zwischen 3 und 5 Metern lang, mit einer Blattbreite von 7,5 bis 12,5 Zentimetern. Die zwei Griffe an jedem Ende ermöglichen es den Bedienungspersonen, die Säge rhythmisch durch das Holz zu ziehen und zu drücken, dabei das gemeinsame Körpergewicht und den Takt zu nutzen, um die Zähne durch dichtes Holz zu treiben. Im Gegensatz zu modernen Kettensägen verlässt sich die Elendssäge ganz auf Muskelkraft und richtige Technik, weshalb die Koordination zwischen den Bedienungspersonen entscheidend für produktive Arbeit ist.

Die Zähne sind nach einer bestimmten Geometrie geschärft: abwechselnd angestellte Zähne sind in entgegengesetzte Richtungen gebogen, eine Anstellung genannt, die einen Schnitt erzeugt, der etwas breiter ist als die Blattdicke. Dies verhindert ein Klemmen im Schnitt. Der Zahnabstand und die Höhe jedes Zahns variieren je nach Verwendungszweck. Sägen für Weichhölzer wie Fichte oder Kiefer haben andere Zahngeometrie als jene für Harthölzer, wo dichte Faserung schärfere und enger angestellte Zähne erfordert. Eine stark stumpf gewordene Elendssäge wird tatsächlich anstrengend zu bedienen, was teilweise den Namen erklärt.

Effektives Zweimann-Sägen erfordert Koordination und einen stetigen Stoß-Zug-Rhythmus. Eine Bedienungsperson darf die andere nicht überanstrengen; die Arbeit muss ausgeglichen sein. Die Säge muss in dem richtigen Winkel zum Holz angesetzt werden, typischerweise senkrecht zur Faserrichtung, und muss gerade im Schnitt geführt werden, um Verdrehen oder Klemmen zu vermeiden. Wenn die Säge stecken bleibt oder die Bedienungsperson den Rhythmus verliert, wird die Arbeit anstrengend und langsam, daher "Elend". Schlechte Technik, eine stumpfe Klinge oder die Verwendung der falschen Zahngeometrie für das vorliegende Holz verwandeln die Arbeit in ermüdende Schinderei.

Varianten und historische Verwendung

Elendssägen waren das Standardwerkzeug für gewerbliche Holzschläge, bevor die Kettensäge ab den 1950er Jahren verbreitet wurde. Holzfäller passten Sägen oft durch eigenes Schärfen an oder stellten Griffe nach den regionalen Bedingungen ein. Manche Sägen wurden zum "Zerkleinern" bereits gefällter Stämme eingestellt, andere waren optimiert für das Fällen stehender Bäume, eine schwerere Arbeit. Die Bezeichnung "Zweimann" unterschied diese Sägen von leichteren Einmann-Zugsägen und Leichtsägen für leichtere Arbeiten. Regionale Unterschiede gab es: Sägewerke im Pazifischen Nordwesten bevorzugten längere Blätter und schwerere Gestelle als östliche Betriebe.

Heute überlebt die Elendssäge hauptsächlich in ländlichen Arbeiten, kleinen Sägewerken und Spezialanwendungen, wo Motorsägen ungeeignet oder nicht erlaubt sind. Forstwirtschaft in der Wildnis, Unterhaltsarbeiten an Waldwegen und Salvagearbeit in Gegenden ohne Treibstoffversorgung verlassen sich immer noch auf diese Sägen. Eine gut gewartete Elendssäge mit richtig geschärften Zähnen und korrekt angepassten Griffen bleibt ein zuverlässiges Werkzeug, wenn Stromversorgung oder Treibstoffnachschub unsicher ist. Der Name selbst ist reines Volksgut, entstanden aus dem echten Unbehagen eines ganztägigen Einsatzes mit ungeübter Partnerin oder einem schlecht eingestellten Blatt.

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