SpracheEnglishDeutsch
Forst und Holz

Bestand

Englisch: stand

Eine zusammenhängende Baumgruppe mit einheitlicher Altersklassenverteilung, Zusammensetzung und Struktur, die auf einem Standort gleichmäßiger Qualität wächst und eine unterscheidbare Einheit bildet.

Bestand: eine kartierbare Waldeinheit für Inventur und Hiebsmaßnahmen

Ein Bestand ist eine abgegrenzte Waldfläche, auf der die Bäume sich in Alter, Artenzusammensetzung und Wuchsbedingungen so ähneln, dass sie sich als eine einzelne Bewirtschaftungseinheit verhalten. Im Gegensatz zu einem Waldgrundstück (das durch Eigentumsgrenzen definiert ist) oder einem Wald (der eine Landschaft ist) wird ein Bestand durch das Holz selbst definiert, nicht durch den Grundbesitz. Förster laufen die Grenzlinie ab, markieren sie mit Farbe oder GPS und behandeln alles im Inneren als einen Betriebsblock für Durchforstung, Hiebsplanung und Ertragsfeststellung.

Die Grundvoraussetzung ist Gleichförmigkeit, doch echte Gleichförmigkeit gibt es nicht. Ein Bestand kann Bäume im Alter von 35 bis 55 Jahren enthalten, aber ein Bestand von 80 bis 100 Jahren ist eine separate Einheit, weil sich Wuchsleistung und Hiebsreife unterscheiden. Gleichermaßen bleibt ein gemischter Nadelholzbestand aus Douglasie und Hemlocktanne vereinigt, wenn das Verhältnis in der Fläche stabil ist; fällt die Hemlocktanne in einer Ecke unter 10 Prozent, wird diese Ecke ein eigener Bestand. Zusammensetzung und Dichte der Unterschicht spielen ebenfalls eine Rolle: ein dichter Bestand mit Jungwuchs unter der Nadelholzoberholz wird von offener Parklandschaft daneben unterschieden, auch wenn die großen Bäume gleich alt sind.

Grenzen und verschwimmende Grenzen

Die Bestandsabgrenzung ist teilweise Wissenschaft, teilweise Fachurteil. Förster nutzen Luftbildinterpretation, Standortsgüteindikatoren (Bodentyp, Höhenlage, Wasserhalt) und Feldbeobachtung, um Linien auf Karten zu ziehen. Ein Bestand kann 10 Hektar oder 50 Hektar groß sein. Eine natürliche Grenze, ein Bach, ein Rücken oder eine Brandfläche markieren oft die Grenzlinie, doch manchmal ist die Grenze willkürlich gesetzt, eine praktische Einteilung für die Buchführung. Sobald gekennzeichnet, wird der Bestand in der Waldinventar-Datenbank zur Einheit: Altersklasse, Grundfläche, Bestockungsgrad, Hauptbaumart, Ertragsfähigkeitsklasse und geplantes Schlagdatum werden alle dieser Bestandsnummer zugeordnet.

Der Begriff stammt aus der europäischen Forstwirtschaft, wo gleichförmig bestandene Pflanzungen und Schlagwälder einheitliche Blöcke offensichtlich machten. Nordamerikanische Förster übernahmen ihn für Plantagen und Naturwälder gleichermaßen, obwohl natürliche Bestände schwerer sauber abzugrenzen sind. Verjüngung nach dem Hieb schafft neue Bestände; Teilnutzung innerhalb eines Bestandes kann ihn aufteilen. Im Laufe von Jahrzehnten können einzelne Bestände, wenn Bäume unterschiedlich schnell wachsen und Mortalität Kronenlücken schafft, so fleckig werden, dass sie bei der nächsten Waldinventur in mehrere Bestände neu eingeteilt werden.

Die Bestandswirtschaft bleibt das Rückgrat der Hiebsplanung und der Umweltauflagen. Hiebspläne werden Bestand für Bestand genehmigt; Wildraumgutachten beschreiben die Bestandsstruktur; Kohlenstoffbilanzierung und Biodiversitätsuntersuchungen nutzen oft Bestandsdaten. Der Begriff garantiert keine ökologische Homogenität, sondern nur dass die Einheit für die sie bewirtschaftenden Förster praktikabel ist.

Mehr aus Forestry and timber

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.