MLS
Abkürzung für Multilayer Steel, eine Art Zylinderkopfdichtung mit Stahllamellen.
MLS: Stahllamellen-Kopfdichtung, die unter Druck abdichtet
Eine MLS-Kopfdichtung ist eine Verbunddichtung für den Zylinderkopf. Sie besteht aus mehreren dünnen Stahlschichten, typischerweise drei bis fünf, die mit Elastomer-Beschichtungen miteinander verbunden sind. Die Stahlschichten bieten strukturelle Steifheit und Hitzebeständigkeit, während die Oberflächenmaterialien gegen den Zylinderblock und den Kopf gepresst werden und so eine gasdichte Dichtung schaffen. Dieses Design ermöglicht es MLS-Dichtungen, höhere Verbrennungsdrücke zu bewältigen als traditionelle Faserdichtungen, was sie in modernen aufgeladenen und direkteinspritzenden Motoren unverzichtbar macht.
Die Stahllamellen sind normalerweise 0,3 bis 0,5 Millimeter dick und werden wegen ihrer Federeigenschaften gewählt. Beim Anziehen komprimiert sich die Dichtung leicht, bleibt aber steif genug, um die Dichtungskraft auch nach tausenden von Temperaturzyklen zu erhalten. Die Elastomer-Oberflächenschichten, oft Nitrilkautschuk oder synthetischer Fluorokautschuk, verhindern direkten Metall-zu-Metall-Kontakt und ermöglichen der Dichtung, sich an kleine Oberflächenunebenheiten anzupassen. Ohne diese Oberflächenmaterialien würde die Dichtung einfach von den Befestigungsflächen rutschen.
Warum Stahllamellen wichtig sind
Ältere Asbest-Faserdichtungen konnten bei Hitze aufquellen und verloren die Spannkraft, wenn die Motortemperaturen stiegen. MLS-Dichtungen bleiben dimensionsstabil im Temperaturbereich von 20 bis 100 Grad Celsius, typisch für den Zylinderkopfbetrieb. Sie widerstehen auch Kühlmittel- und Öllecks besser als Faserdichtungen, besonders bei Motoren mit Ethylenglykol-basierten Kühlmitteln. Diese Vorteile machten MLS-Dichtungen in der europäischen und japanischen Produktion ab Anfang der 1990er Jahre zur Standardausführung.
Die Montage erfordert saubere, ebene Flächen und korrektes Anzugs-Drehmomentverfahren. Zu starkes Anziehen kann die Elastomer-Schichten bleibend komprimieren und die wirksame Spannkraft verringern. Zu schwaches Anziehen führt zu Mikrobewegungen, die das Oberflächenmaterial abnutzen und zu Weinen oder Durchbrennen führen. Die Kopfoberflächen-Ebenheit ist bei MLS wichtiger als bei älteren Dichtungstypen: Ein verzogener Kopf erzeugt flache Stellen, an denen die Dichtung nicht zuverlässig abdichten kann. Manche Werkstätten nutzen inzwischen Drehmoment-Winkel-Verfahren statt reiner Newtonmeter-Werte, um die Schraubenvorspannung präziser zu kontrollieren.
MLS-Dichtungen kosten mehr als traditionelle Faserdichtungen, halten aber länger und vertragen höhere kontinuierliche Drücke. Sie finden sich heute in nahezu allen Serienfahrzeugen. Einige Enthusiasten und Aufbereiter lagern noch immer Kork- oder Faserdichtungen für ältere Fahrzeuge, aber diese sind für moderne Motoraufgaben nicht mehr konkurrenzfähig.