Monton
Englisch: monton
Eine mexikanische Gewichtseinheit für Erz, variierend von 1.800 bis 3.200 spanischen Pfund.
Monton: eine koloniale Bergbaugewichtseinheit mit großen Schwankungen
Der Monton war eine im spanischen Kolonialbergbau verwendete Gewichtseinheit, besonders in Mexiko und Zentralamerika, um Erzlieferungen zu messen und Abgaben aus Bergbauoperationen zu bewerten. Anders als standardisierte moderne Einheiten hatte der Monton keinen festen Wert: er variierte zwischen 1.800 und 3.200 spanischen Pfunden, je nach Erztyp, Region und lokaler Handelsgewohnheit. Diese Flexibilität war für den praktischen Bergbauhandel nützlich, verursachte aber echte Kopfschmerzen bei der Buchführung und dem Fernhandel.
Der Begriff leitet sich vom spanischen "monton" ab, was Haufen oder Stapel bedeutet, und spiegelt seinen Ursprung in einfacher Feldmessung wider. Ein Monton war im Grunde so viel Erz, wie vernünftig als einzelne Handelseinheit zu bewältigen und zu transportieren war, dem dann nachträglich ein Pfundgewicht für Buchungszwecke zugewiesen wurde. Silbererz als primäres Abbauziel in Kolonialmexico wurde oft durch Analyse bewertet statt nur nach Montongewicht, weshalb die Einheit eher als Volumen- oder Chargenbeschreiber funktionierte als als echte Gewichtsnorm.
Varianten und regionale Praxis
Die große Bandbreite der Montonwerte spiegelte echte Unterschiede in der Erzdichte und Handhabung wider. Leichtere Erze oder bereits teilweise verarbeitete Erze bildeten einen Monton am unteren Ende, um etwa 1.800 spanische Pfunde. Dichte Sulfiderze oder solche, die weniger Aufbereitung benötigten, konnten 3.200 Pfunde oder mehr erreichen. Bergbaucamps in verschiedenen Jurisdiktionen entwickelten ihre eigenen Konventionen, und größere Bergbauunternehmen verhandelten manchmal ihre eigenen Montonstandards mit Kolonialbeamten aus.
Das spanische Pfund selbst war über Zeit und Ort nicht einheitlich und variierte zwischen etwa 345 und 460 Gramm, je nach Zeitraum und Region. Das verschärfte die Vaguheit des Monton als Einheit. Im 18. Jahrhundert, als der Bergbau systematisierter wurde und europäische Gewichte im Handel an Dominanz gewannen, fiel der Monton aus dem formalen Gebrauch, blieb aber in lokalen und indigenen Bergbaugemeinden bis in die Neuzeit erhalten.
Der Monton ist wichtig für jeden, der koloniale Bergbaudokumente, Analyseverzeichnisse oder Erzlieferungsmanifeste aus Spanischamerika interpretiert. Er erklärt, warum Erzmengen in historischen Quellen manchmal inkonsistent oder sperrig wirken, wenn man sie in metrische oder imperiale Tonnen umrechnet: Sie waren nie als genaue standardisierte Maße gedacht, sondern als praktische Arbeitseinheiten, die in ein System regionaler Gewohnheit und Verhandlung eingebettet waren.