Vermessungspunkt
Englisch: monument
Ein natürliches oder künstliches Objekt, das als Referenzpunkt verwendet wird.
Vermessungsmarke: feste Markierung für Grenzfeststellung und Vermessungskontrolle
In der Vermessung ist eine Vermessungsmarke ein physisches Objekt an einem bestimmten Ort, um einen Punkt mit bekannter Position zu kennzeichnen, typischerweise eine Grenzecke, einen Vermessungspunkt oder einen Referenzpunkt für zukünftige Messungen. Im Gegensatz zur architektonischen Bedeutung ist diese Infrastruktur funktional: Sie muss langlebig, auffindbar und im Gelände eindeutig erkennbar sein. Eine Vermessungsmarke dokumentiert eine dauerhaft gültige Position, die nachfolgende Vermesser, oft Jahrzehnte oder Jahrhunderte später, lokalisieren und überprüfen können.
Vermessungsmarken nehmen je nach Dauerhaftigkeit und Verwendung verschiedene Formen an. Eine Steinmarke kann ein Granitstab sein, der 0,9 bis 1,2 m tief in den Boden gesetzt wird und an der Oberfläche den Vermessungspunkt aufweist; üblich bei Grundstücksgrenzen. Eisenrohre, Messingkappen oder Betonmarker erfüllen denselben Zweck mit unterschiedlicher Lebensdauer und Sichtbarkeit. Künstliche Marken werden gezielt eingebaut; natürliche Marken nutzen bestehende bleibende Merkmale wie Felsflächen oder große Bäume, sind aber weniger zuverlässig, da sie ohne Warnung beschädigt oder entfernt werden können.
Auffinden und Überprüfung von Vermessungsmarken
Vermesser investieren erhebliche Zeit in die Suche nach Marken, besonders entlang alter Grundstücksgrenzen, wo Marker unter Erdablagerungen, überwuchernder Vegetation oder Auffüllmaterial begraben sein können. Ein Metallsuchgerät kann vergrabene Eisen- oder Messingmarken lokalisieren. Nach dem Auffinden muss die Marke anhand ihrer Dokumentation überprüft werden: Material, Einbautiefe, Inschriften und räumliche Beziehung zu anderen Marken. Wenn eine Marke verrutscht ist oder fehlt, müssen Vermesser sie entweder gemäß ursprünglichem Bestand neu setzen oder eine neue Marke an der berechneten Position etablieren, die dann als Arbeitsbezug dient.
Der Begriff 'Vermessungsmarke' leitet sich von ihrer Rolle als Beweis oder Zeuge für einen vermessungstechnischen Sachverhalt ab, ähnlich wie ein historisches Denkmal ein vergangenes Ereignis dokumentiert. In Grenzstreitigkeiten wird die Existenz und Position einer ordnungsgemäß dokumentierten Marke oft zur wesentlichen Beweismittel, denn die Rechtsprechung erkennt an, dass eine bei der Originalvermessung gesetzte Marke starke Vermutung für Genauigkeit trägt. Daher erfordert die Erneuerung oder Versetzung einer Marke formale Dokumentation und häufig behördliche Mitteilung.
Markennetzwerke bilden die Grundlage des nationalen räumlichen Bezugssystems, mit Höhenfestpunkten und Kontrollpunkten, gekennzeichnet durch gusseiserne Platten oder Bronzeplaketten auf Felsbett oder Betonpfeilern. Diese übergeordneten Marken werden mit höherer Genauigkeit vermessen und dienen als Bezugspunkte für Lokalmessungen. Grundstücksgrenzenmarken werden dagegen normalerweise nur auf die Genauigkeit der Originalvermessung gesetzt, oft auf den nächsten Fuß oder Zehntel Fuß genau, obwohl moderne Vermessungen sie mit höherer Genauigkeit neu setzen können.