Reformulat
Englisch: reformate
Das Produkt eines Kohlenwasserstoff-Reformierungsprozesses; ein Zwischenprodukt bei der Herstellung von Kraftstoffen wie Benzin.
Reformate: Hochoktaniges Benzinblendstock aus katalytischer Raffination
Reformate sind das flüssige Produkt aus einem Katalytischen Reformer, einer Ofen- und Reaktoranlage, die niedrigoktaniges Rohbenzin in aromatische und verzweigte Kohlenwasserstoffe umwandelt, die sich für Premiumbensinmischungen eignen. Das Einsatzmaterial ist typischerweise C6- bis C8-Gerade-Rohbenzin, das bei 260 bis 320 Grad Celsius über ein Platin-Rhenium-Katalysatorbett unter Wasserstoffdruck (10 bis 35 bar) in den Reformer geführt wird. Der Prozess wandelt Paraffine durch Isomerisierung, Dehydrierung und Kondensationsreaktionen in Aromaten und Cycloparaffine um und erhöht die Oktanzahl von etwa 40 auf 90 bis 100 Forschungsoktanzahl (ROZ).
Reformer arbeiten im kontinuierlichen oder halbregenerativen Betrieb. Bei kontinuierlichen Reformern erfolgt ein kleiner Katalysatoraustausch während des Betriebs; bei halbregenerativen Anlagen wird der Reaktor alle 6 bis 24 Monate zur vollständigen Katalysatorregenerierung stillgelegt. Druck und Temperatur werden so eingestellt, dass Oktanausbeute gegen Katalysatorlebensdauer und Wasserstofferzeugung optimiert werden. Die meisten Raffinerien betreiben Reformer im höheren Druckbereich, um die Katalysatorlaufzeit zu verlängern, auch wenn dies zu geringerer Aromatenausbeute führt.
Zusammensetzung und Mischung
Reformate enthalten typischerweise 40 bis 60 Prozent Aromaten nach Gewicht (hauptsächlich Benzol, Toluol und Xylene), 20 bis 40 Prozent Cycloparaffine sowie 10 bis 20 Prozent Paraffine und Olefine. Diese Mischung ermöglicht es Raffinerien, Oktanspezifikationen zu erfüllen und gleichzeitig Dampfdruck und Schwefelgehalt zu beherrschen. Reformate werden direkt in Fertigbenzin eingemischt, wobei aromatenreiche Reformatanteile sorgfältig kontrolliert werden müssen, um Benzolübergrenzen in Fertigkraftstoff zu vermeiden. In vielen Regionen ist der Benzolgehalt in Benzin durch Verordnung auf 1 bis 5 Prozent begrenzt, was den verfügbaren Reformatepool für die Mischung einschränkt.
Der Reformer erzeugt auch Wasserstoffgas als Nebenprodukt, typischerweise 1000 bis 1500 Kubikfuß pro Barrel Reformate. Dieser Wasserstoff wird durch den Reaktor zurückgeführt, und Überschussmengen werden zum Hydrokracker, Hydriertreater oder Brenngassystem geleitet. Die Wasserstofferzeugung ist einer der Gründe, warum Reformer in Raffineriekonzepten wirtschaftlich mit Hydrotreatern und Hydrokrackern verbunden sind.
Die Reformateausbeute hängt stark von der Einsatzmaterialzusammensetzung und der Reaktorschwere ab. Rohbenzin mit einem hohen Anteil an Naphthenen (Cycloparaffine) ergibt mehr Reformate, da die Dehydrierung bestehender Ringe weniger Umstrukturierung erfordert als der Aufbau neuer Ringe aus linearen Paraffinen. Ein typischer Reformer kann 90 bis 95 Barrel Reformate pro 100 Barrel Rohbenzineinsatz erzeugen; der Rest geht als Brenngas und Kokablagerungen auf dem Katalysator verloren.