Screenman
Englisch: screenman
Eine Person, die Kohle siebt, um Verunreinigungen zu entfernen.
Screenman: der Bediener, der Kohle nach Größe und Reinheit sortiert
Ein Screenman bedient Vibrationssiebe oder Drehsiebe in einer Kohleaufbereitungsanlage und steuert die Trennung von roher geförderter Kohle in handelsübliche Sorten. Die Kohle tritt oben in das Sieb ein, und die Schwerkraft zusammen mit der Siebbewegung führt dazu, dass kleinere Partikel und Feinkohle durchfallen, während größere Stücke über das Sieb wandern und am unteren Ende abgeworfen werden. Dieses Grundprinzip ist einfach, erfordert aber Aufmerksamkeit, weil die Siebleistung direkt auf Produktwert und Durchsatz der Anlage wirkt.
Kohlesiebanlagen gibt es in mehreren Bauarten. Vibrationssiebe mit rechteckigen Siebflächen arbeiten mit hoher Frequenz (üblicherweise 1200 bis 1800 Schwingungen pro Minute) und sind für mittlere Leistungen verbreitet; sie verarbeiten je nach Siebfläche und Maschenweite 100 bis 500 Tonnen pro Stunde. Drehsiebe sind große zylindrische Trommeln in flacher Neigung, arbeiten langsamer, eignen sich aber für hohe Mengen und feuchte Kohle. Der Screenman überwacht die Durchsatzrate, verteilt das Aufgabegut gleichmäßig über die Siebbreite und achtet auf Materialbrückenbildung oder Feuchtigkeitsansammlung, die die Trennwirkung verschlechtert.
Die Berufsbezeichnung stammt aus der historischen Sprache des Kohlebergbaus. Bevor mechanisierte Siebe üblich wurden, erledigten Arbeiter die Sortierung mit Handsieben; der Maschinenführer übernahm die alte Berufsbezeichnung. In modernen Zechen und Kohlewäschen arbeitet der Screenman oft zusammen mit anderen Aufbereitungskräften und koordiniert sich mit dem Jig-Bediener und dem Produktprüfer. Die Schichten dauern typischerweise acht Stunden, die Arbeit findet an Kontrollständen mit freiem Blick auf das laufende Sieb statt.
Siebmaschen reichen von grob (etwa 150 Millimeter) in der Vorstufe bis fein (3 Millimeter oder weniger) zur Gewinnung von Feinkohle. Die richtige Maschenweite und Siebgeschwindigkeit sind entscheidend: zu grobe Maschen verschwenden Feinkohle, zu feine Maschen setzen sich mit Feuchte oder Kohlestaub zu. Der Screenman muss erkennen, wann eine verschlissene Masche gereinigt oder gewechselt werden muss, eine Aufgabe, die normalerweise Anlagenstillstand und Zusammenarbeit mit Schraubern verlangt.
Häufige Probleme sind ungleichmäßige Aufgabeverteilung, bei der ein Ende der Siebfläche überlastet wird und das andere unterversorgt ist, und Material, das auf der Siebfläche haftet wegen Feuchte oder ölhaltiger Kohle. Verschlissene Siebflächen oder zerrissene Maschen führen zu Produktvermischung und senken den Handelswert. Ein erfahrener Screenman lernt, diese Ausfälle an Vibrationen und Materialverhalten zu erkennen und ruft Instandhaltung an, bevor die Qualität deutlich abnimmt.