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Bauwesen

Mop-and-Flop-Verfahren

Englisch: mop-and-flop

Ein Verlegevorgang, bei dem Dachelemente wie Isolierplatten, Filzbahnen oder Abdeckbahnen zunächst umgekehrt neben ihrer endgültigen Position platziert, mit Kleber oder Bitumen bestrichen und dann umgedreht und auf dem Untergrund befestigt werden.

Mop-and-Flop: Der umgekehrte Klebertanz im Dachdeckerhandwerk

Mop-and-Flop ist ein Verfahren zum Verkleben von Dachmembranen und Dämmstoffen auf dem Untergrund mit heißem Bitumen oder Kaltkleber. Der Arbeiter legt Dämmplatten, Filzlagen oder Deckschichten mit der Rückseite auf dem Dach neben ihrer endgültigen Position ab, trägt einen Flutanstrich aus Klebstoff auf die Rückseite auf und dreht die Materialien dann um und drückt sie in ihre endgültige Position. Das Verfahren wird verwendet, weil es eine vollständige und gleichmäßige Klebstoffabdeckung gewährleistet und Hohlräume sowie Falten, die Feuchtigkeitsfallen bilden können, ausschließt.

Das Verfahren funktioniert am besten mit Mehrschicht-Bitumendächern (BUR) und modifiziert bituminösen Bahnen. Bei BUR trägt ein Dachdecker heißes Bitumen (typischerweise bei 350 bis 400 Grad Fahrenheit) auf dem Untergrund auf, rollt die Filzlagen dann mit der Rückseite nach oben aus, trägt Klebstoff auf deren Unterseite auf und dreht sie in die endgültige Position. Bei Dämmplatten, besonders Polyiso oder extrudiertem Polystyrol, verläuft die Reihenfolge identisch: positionieren, kleben, umdrehen. Kaltkleber-Systeme folgen der gleichen Logik, ermöglichen aber längere Verarbeitungszeiten zwischen Kleben und Umdrehen.

Bedeutung in der Praxis

Mop-and-Flop erzeugt stärkere Verbindungen als die direkte Anwendung, weil der Flutanstrich die Oberflächenstruktur des Untergrunds vollständig ausfüllt. Bei Dämmplatten auf unebenen Beton- oder Holzflächen werden so Lufttaschen eliminiert, die zu Wärmeverlusten und Feuchtigkeitsfallen führen würden. Bei bestehenden Dächern, die erneuert werden, kann der Klebstoff kleine Vertiefungen und Verschmutzungen ausfüllen. Der Zeitgewinn ist auch erheblich: Ein Dachdecker kann mehrere Streifen kleben und diese dann nacheinander umdrehen, anstatt eine Platte nach der anderen zu verarbeiten.

Die häufigste Fehlerquelle ist unvollständiges Umdrehen oder Faltenbildung beim Umdrehen, was Luftblasen oder eine Verschiebung des Klebstoffs verursachen kann. Wind auf freiliegenden Dächern erschwert das Umdrehen. Schlechtes Timing zwischen Kleben und Umdrehen kann dazu führen, dass heißes Bitumen zu stark abkühlt oder Kaltkleber eine Haut bildet und die Klebstoffentwicklung vermindert wird. Viele Leistungsbeschreibungen schreiben vor, dass das Umdrehen in bestimmten Zeitfenstern erfolgt, normalerweise zwischen 30 Sekunden und wenigen Minuten, abhängig von der Umgebungstemperatur und dem Klebstofftyp.

Der Begriff kommt direkt von der Arbeitshandlung: Mop wendet den Klebstoff auf, Flop dreht die Bahn um. Das Verfahren unterscheidet sich von direktem Kleben (auf Position kleben) und von Brenner- oder Selbstklebersystemen, bei denen keine Umkehrung stattfindet. Im industriellen Dachdeckerhandwerk ist das Verfahren so standardisiert, dass Leistungsbeschreibungen oft einfach nur darauf verweisen, was es zum notwendigen Fachvokabular für Dachdecker, Inspektoren und Planer macht.

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