toter Bereich
Englisch: dead section
Teil eines Übergangsstreckenabschnitts.
Toter Bereich: Gleisabschnitt ohne Stromversorgung
Ein toter Bereich ist ein kurzer, stromloser Gleisabschnitt, der in einer Neutralzone einer elektrifizierten Eisenbahnstrecke eingebaut ist. Er dient dazu, die elektrische Kontinuität zu unterbrechen und Kurzschlüsse oder Lichtbögen zu vermeiden, wenn die Stromabnehmerausrüstung zwischen Abschnitten mit verschiedenen Phasen oder Spannungen wechselt. Der tote Bereich selbst führt keinen Strom und ist normalerweise 1 bis 2 Meter lang, wobei die genaue Länge je nach Eisenbahnverwaltung und Spannungsklasse unterschiedlich ist.
Bei Wechselstromsystemen mit 25 kV oder 15 kV trennen tote Bereiche Abschnitte, die von verschiedenen Transformatorenstationen oder Phasengruppen gespeist werden. Wenn der Stromabnehmer eines Zuges aus einem stromführenden Bereich in einen toten Bereich fährt, fällt die Stromversorgung des Zuges kurzzeitig aus und wird wiederhergestellt, wenn der Stromabnehmer in den nächsten stromführenden Bereich eintritt. Bei Gleichstromsystemen kennzeichnen tote Bereiche Übergänge zwischen positiven und negativen Rückleitungen oder zwischen Abschnitten mit entgegengesetzter Polarität. Die Borausrüstung des Zuges muss diese kurzzeitigen Stromausfälle aushalten, ohne stehenzubleiben oder die Bodenhaftung zu verlieren.
Das Hauptrisiko in einem toten Bereich ist Lichtbogenbildung und elektrisches Ausreißen, wenn der Stromabnehmer mit zwei verschiedenen Spannungspotentialen in Kontakt kommt. Aus diesem Grund werden tote Bereiche so kurz wie möglich gehalten, und viele moderne Züge verfügen über Energiespeicher an Bord, wie Superkondensatoren oder kleine Batterien, um die Traktion durch die tote Zone aufrechtzuerhalten, ohne den Fahrer oder die Fahrgäste zu beeinträchtigen. Älteres Rollmaterial fährt einfach mit Schwung hindurch und verlässt sich auf seinen Impuls sowie die an diesem Ort geltende Geschwindigkeitsbeschränkung.
Tote Bereiche sind auf Gleisborden und am Gleis mit charakteristischen Isolatoren und Warntafeln gekennzeichnet. Die Instandhaltung ist entscheidend: lockere Bolzen, Korrosion oder schlechte Verbindung in einem toten Bereich können zu unerwartetem Stromausfall oder gefährlichen Spannungsspitzen führen. Der Begriff toter Bereich wird fast ausschließlich in der europäischen Eisenbahnpraxis verwendet; nordamerikanische Verkehrssysteme bezeichnen die gesamte Übergangszone häufiger als Neutralzone, mit weniger präziser Unterteilung.