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Bergbau und Gewinnung

Keil

Englisch: nicking

Der Schnitt, den der Hauer an der Seite der Abbauwand ansetzt.

Kerbung: Unterschnitt, der den Stein von der Kohleflöz freimacht

Im Kohlebergbau ist die Kerbung ein horizontaler Schnitt an der Basis der Kohleabbaufläche, typischerweise 0,9 bis 1,8 m hoch und 30 bis 45 cm tief in die Flöz reichend. Der Hauer treibt eine Spitzhacke oder einen Meißel entlang der Arbeitsfläche, um diesen Unterschnitt zu erzeugen, der es der oberen Kohle ermöglicht, sauber zu brechen und zu fallen, wenn Keile getrieben oder das darüber liegende Gebirge nachgibt. Ohne die Kerbe neigt die Kohle dazu, sich am umgebenden Gestein festzusetzen und erfordert übermäßige Kraft zum Abbau.

Die Kerbe erfüllt eine konstruktive Funktion: Sie unterbricht die Kontinuität zwischen der Kohle und dem Dachgestein oder dem Stein darüber und schafft eine natürliche Bruchebene. Wenn Kohle ohne diesen Schnitt stehen bleibt, verhält sie sich wie ein Kragträger und widersteht dem Bruch, was den Hauer zwingt, mit viel größerer Kraft zu arbeiten. Eine korrekt ausgeführte Kerbe vermindert die physische Belastung des Bergleuten und beschleunigt die Abbauleistung.

Kerbungspraxis und Varianten

Tiefe und Winkel der Kerbe hängen von der Kohlegewinnung, der Flözmächtigkeit und dem Dachzustand ab. In dünnen Flözen kann die Kerbe flach und schmal sein; in mächtigeren Flözen sind tiefere Unterschnitte wirtschaftlicher. Der Hauer arbeitet mit der Hand oder mit pneumatischen Werkzeugen, bewegt sich seitlich über die Fläche und vertieft den Schnitt allmählich. Die Bruchstücke (Kohlestaub und Schlacke) fallen in den entstandenen Raum, den der Bergmann dann räumt, bevor er weiter vorangeht.

Korrekte Kerbtechnik erfordert Geschick und Erfahrung. Eine zu hoch oder in falschem Winkel angebrachte Kerbe führt möglicherweise nicht zum gewünschten Bruch der Kohle und verschwendet Arbeit. Wenn sie zu tief geschnitten wird, schwächt sie die Dachstabilität und birgt Sturzgefahr. Die Bezeichnung spiegelt die physische Handlung wider: Der Hauer "kerbt" oder ritzt die Fläche, ähnlich wie ein Schreiner Holz vor dem Spalten entlang der Faserrichtung kerbt.

Die Kerbung bleibt eine Standardpraxis in handwerklich arbeitenden und halbmechanisierten Kohlebergbaubetrieben, in denen herkömmlicher Streb- oder Kammerabau verwendet wird. Ihre Bedeutung sinkt in vollständig mechanisierten Systemen, bei denen Schneider und andere Kohlegewinnungsmaschinen gleichzeitig auf die ganze Flözhöhe Kraft ausüben und den Bedarf für selektive Unterschnitte von Hand eliminieren.

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