Noddy
Englisch: noddy
Kleiner zweirädriger Wagen, gezogen von einem einzelnen Pferd
Noddy: der leichte Pferdekarren für kurze Stadtfahrten
Ein Noddy ist ein kleiner, offener zweirädriger Karren, den ein einzelnes Pferd zieht und der leicht genug gebaut ist, damit das Tier in gleichmäßigem Tempo kurze Strecken bewältigt. Er nimmt in der Hierarchie des Gütertransports eine Position zwischen handgezogenem Handkarren und richtigem Wagen ein. Das Gestell ist typischerweise aus Holz mit Eisenverstärkungen an den Verbindungsstellen und Achspunkten, und die Ladefläche übersteigt selten 8 Fuß Länge. Der Fahrer steht oder sitzt auf einer einfachen Bank vorne, mit Zügeln, die an einem einfachen Geschirr befestigt sind.
Noddys waren das Arbeitstier der Stadtbelieferung und des lokalen Güterkartage vom 19. bis frühen 20. Jahrhundert, besonders in Großbritannien und Koloniestädten. Sie waren billig zu bauen, billig im Betrieb und wendig genug, um enge Straßen und Gassen zu navigieren, durch die größere Lastkärren nicht passen konnten. Ein einzelner Betreiber konnte mit dem Befördern von Paketen, Gemüse, Kohleimern oder Wäsche zwischen Läden, Märkten und Haushalten Geld verdienen. Da das Pferd die Arbeit verrichtete und der Betreiber nur Lenkung und Bremsenkontrolle bereitstellte, blieben die Arbeitskosten niedrig.
Der Name und seine Varianten
Die Etymologie bleibt unsicher, obwohl Noddy sich von der wiegenden Bewegung des Pferdekopfs oder der nickenden Bewegung ableiten könnte, die der Fahrer beim Betätigen der Bremse ausführen musste. Varianten gab es in verschiedenen Regionen: Einige Noddys hatten ein Leinendach zum Schutz von Waren oder Fahrer vor Regen; andere trugen gestaffelte Gestelle für Milchkannen oder Marktprodukte. Die kleinsten Versionen, im Grunde ein Karren mit überproportionalen Rädern und minimalem Aufbau, grenzten an vergrößerte Handkarren, behielten aber das kennzeichnende Merkmal des Einzelpferd-Antriebs bei.
Gewichtsverteilung war entscheidend für die Noddy-Konstruktion. Ein überladener Karren konnte in Kurven umkippen, oder das einzelne Pferd weigerte sich zu gehen. Die wirkungsvollsten Noddys beförderten zwischen 400 und 800 Pfund Ladung, abhängig von Fahrbahnbelag und Steigung. Eisenreifen auf hölzernen Rädern waren Standard, obwohl spätere Exemplare manchmal Gummi nutzten.
Der Noddy ging nach 1920 stark zurück, als motorisierte Lieferwagen und Lastkraftwagen die Stadtbelieferung übernahmen. In kleineren Städten und Dörfern ohne ausreichende Beförderungsnachfrage für Motorverkehr hielten sich Noddys jedoch bis in die 1950er Jahre. Heute existieren sie hauptsächlich in Denkmal- und Geschichtsdemonstrationen und an einigen wenigen Orten, wo Pferdeverkehr für nischenbezogene lokale Dienstleistungen wirtschaftlich rentabel bleibt.