Ankerflügel
Englisch: nut
Vorsprung an jeder Seite des Ankerschafts zur Befestigung der Ankerstock.
Mutter: Ankerflügel-Verriegelungslappе am Schaft
In der Schiffsverankerung ist die Mutter eine starre Erhebung, die auf jeder Seite des Ankerschafts gegossen oder geschmiedet ist und sich unmittelbar oberhalb der Stelle befindet, wo der Stock (die Querstange) hindurchgeht. Ihre einzige Funktion ist mechanisch: Sie wirkt als Anschlag, um zu verhindern, dass der Stock entlang des Schafts gleitet. Ohne diese Muttern könnte sich der Stock unter Last verschieben, die Haltegeometrie des Ankers destabilisieren und ihn auf dem Meeresgrund unwirksam machen.
Die Mutter liegt an einem Bund oder einer Nut an, die sich selbst auf der Stockwelle befindet. Wenn der Anker gesetzt ist und die Flügel eindringen, zieht die Spannung in dem Kabel den Schaft, aber der Stock wird durch diesen Kontakt in seiner senkrechten Position gehalten. Die zwei Muttern, je eine auf jeder Seite, gewährleisten eine symmetrische Halterung und verhindern jedes Driften oder jede Längsverlagerung des Stocks gegenüber dem Schaft.
Muttern sind typischerweise flache, abgerundete Bunde statt scharfer Erhebungen, da scharfkantige Kanten die Spannung konzentrieren und unter der starken zyklischen Belastung, der Anker ausgesetzt sind, zum Bruch führen würden. In Schmiedeeisen- oder Stahlgussankern sind sie integraler Bestandteil des Schafts selbst. Die Größe der Mutter, ihre Dicke und ihr Durchmesser müssen zum Querschnitt des Stocks und zu den erwarteten Haltekräften passen. Zu kleine Muttern erzeugen eine Schwachstelle; zu große Muttern erhöhen unnötig das Gewicht und die Kosten ohne Nutzen.
Die Mutter wird manchmal mit dem Ring oder der Öse an der Krone des Ankers verwechselt, wo das Kabel anschließt, aber das sind völlig unterschiedliche Komponenten mit völlig unterschiedlichen Funktionen. Die Mutter befindet sich an der Schaft-Stock-Schnittstelle; der Ring ist an der Spitze des Schafts.
Diese Bezeichnung stammt aus der Technik-Analogie zu Gewinde-Befestigungsmuttern, wobei eine Schiffsankermutter jedoch keine Gewinde aufweist. Der Begriff ist seit über einem Jahrhundert Standard in Verankerungshandbüchern und in der Bergungstechnik und erscheint in den Regeln der Klassifikationsgesellschaften und in Schiffsbauvorschriften überall dort, wo Stock-und-Schaft-Anker verwendet werden.