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Schiffbau und Werft

zu dicht auffahren

Englisch: crowd

Sich einem anderen Schiff zu nähern, das das Vorfahrtsrecht hat.

Crowd: in fremde Gewässer eines anderen Schiffs eindringen

Crowding bedeutet, dein Schiff in den Kurs oder den Aktionsraum eines anderen Schiffs zu manövrieren, das nach Seerecht Vorfahrt hat. In der Praxis verkleinerst du den Abstand und beschränkst die Manövrierfähigkeit des anderen Schiffs, sodass es ausweichen oder Kollisionsgefahr in Kauf nehmen muss. Das bedrrängte Schiff muss dann seinen Kurs ändern, die Geschwindigkeit verringern oder beides tun, obwohl es eindeutig das Recht hatte, seinen Kurs und seine Fahrtgeschwindigkeit beizubehalten.

Crowding kommt vor allem in engen Gewässern vor: in Häfen, engen Fahrrinnen, belebten Ankerplätzen und Schifffahrtsstraßen mit hohem Schiffsverkehr. Ein kleineres oder weniger manövrierfähiges Schiff kann ein großes Schiff bedrängen, indem es vor seinen Bug fährt. Ein Fischkutter oder Arbeitsschiff kann einen Handelsschlepper bedrängen, der durch seinen Tiefgang oder seine Schleppfähigkeit eingeschränkt ist. Das Manöver ist aggressiv, ob absichtlich oder fahrlässig, weil es den anderen Kapitän zwingt zu reagieren und die Kollisionsvermeidung selbst zu übernehmen.

Nach den Kollisionsregeln der Schifffahrt (wie den Internationalen Regeln von 1972 zur Verhütung von Zusammenstößen auf See, COLREGS) muss das ausweichpflichtige Schiff, das Vorfahrt hat, seinen Kurs und seine Fahrtgeschwindigkeit beibehalten, um dem weichpflichtigen Schiff Zeit zum Reagieren zu geben. Wenn du es bedrängt, verkleinerst du diesen Sicherheitsabstand und schaffst Gefahr. Zeugen und Ermittler sehen Crowding als Verstoß gegen gute Seemannspraxis und Pflichtverletzung. Es kann den Schiffseigner und Kapitän in einer Kollision zu Haftung führen, auch wenn das andere Schiff technisch im Unrecht war.

Der Begriff hat Gewicht in der Seefahrtskultur, moralisch wie rechtlich. Ein Kapitän, dem man Crowding vorwirft, dem wirft man mangelndes Urteilsvermögen, Missachtung von Konventionen und Fahrlässigkeit vor. Schiffswerften und Hafenlotsen nutzen das Wort, um vor aggressiven Manövern in engen Räumen zu warnen. Es taucht in Unfallberichten, vor Gericht und in Hafenbehörden-Anweisungen auf. Ein Kapitän, der ein größeres oder behindertes Schiff bedrängt, riskiert nicht nur Kollision, sondern auch Schaden an seinem Ruf und seiner Stellung in der maritimen Gemeinschaft.

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