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Schiffbau und Werft

runner

Seil zur Erhöhung der Zugkraft eines Flaschenzuges.

Laufende: ein Seil, das sich bewegt, um mechanischen Vorteil zu vergrößern

Eine Laufende ist ein Seil, das durch einen beweglichen Block in einem Flaschenzugsystem geführt wird, wobei ein Ende festgemacht und das andere Ende gezogen wird, um eine Last zu heben oder zu bewegen. Im Gegensatz zu einer stehenbleibenden Leine, die an Ort und Stelle bleibt, wandert die Laufende selbst durch den Block, während man daran zieht. Das ist das Merkmal, das sie von anderen Teilen einer Flaschenzuganordnung unterscheidet und ihr den Namen gibt. Diese Bewegung ist der Schlüssel dazu, wie Laufende mechanische Vorteile erzeugen, ohne schwereres Seil oder stärkere Arbeitskräfte zu benötigen.

In einer typischen Flaschenzugkonfiguration arbeitet die Laufende zusammen mit festen Blöcken und stehendem Tauwerk, um die Last zu verteilen. Wenn man eine Laufende riggiert, wird ein Ende an einem festen Punkt befestigt (wie ein Ringbolt oder eine Reling), das Seil läuft durch einen beweglichen Block, der an der Last hängt, dann zurück nach oben durch einen festen Block oben und hinunter zu der Stelle, wo man es packt und zieht. Jeder Durchgang durch das System halbiert die Kraft, die nötig ist, um die Last zu heben. Eine richtig riggierte Laufende mit nur zwei oder drei Durchgängen kann den erforderlichen Zug erheblich verringern. Das ist wichtig beim Umgang mit schwerer Fracht, beim Heben von Maschinen oder beim Versetzen großer Teile beim Schiffbau und bei Reparaturen.

Laufende in der Werftpraxis

Werftarbeiter verwenden Laufende ständig zum Riggieren schwerer Strukturbauteile, Motorblöcke und Rumpfsegmente. Eine Laufende mit einem beweglichen Block, der eine 5-Tonnen-Last trägt und durch einen festen oberen Block zurückläuft, erfordert am Zugseil nur etwa 2,5 Tonnen Zugkraft. Das bedeutet weniger Arbeiter oder weniger Belastung für die Winchanlagen. Das Laufendenseil selbst muss gute Griffeigenschaften und Verschleißbeständigkeit dort haben, wo es durch die Blöcke läuft, denn dort beschleunigt sich der Verschleiß und beginnt die Seilbeschädigung. Stahlseillaufende halten in beengten Verhältnissen höhere Lasten als Naturfaserseil, erfordern aber sorgfältigere Handhabung, weil scharfe Biegungen innere Beschädigungen verursachen können.

Der kritische Fehlerfall ist eine Verklemmt- oder Hängenlage der Laufenden in einem Block, besonders unter Last. Wenn sich Reibung aufbaut oder das Seil beim Ziehen hängen bleibt, steigt die Spannung plötzlich an und gefährdet Seilbruch oder Blockschaden. Seeleute und Werftmannschaften lernen, die Laufbahn für die Laufende freizuhalten, die Blöcke gut zu schmieren und während des Ziehens nie direkt unter der Last zu stehen. Verschlissene Blöcke mit rauen Seilen zerfasern eine Laufende schnell und schaffen gefährliche Reibung, die zum Rutschen oder Verdrehen des Seils führen kann.

Der Begriff Laufende geht älteren Bezeichnungen für mechanischen Vorteil voraus und spiegelt praktische Erfahrung wider: Es ist einfach ein Seil, das läuft, im Gegensatz zu einem, das an Ort bleibt. Man begegnet Laufenden in alten Riggierbüchern, in der Bootsmannausbildung und noch immer in alltäglicher Schiffs- und Werftsprache, obwohl viele moderne Werften manuelle Flaschenzüge durch hydraulische Winden ersetzt haben. Das Verständnis, wie eine Laufende die Last verteilt, bleibt unverzichtbares Wissen, denn Flaschenzug- und Laufendensysteme werden noch immer für Präzisionsarbeiten, Notfallinstandhaltungen und Situationen eingesetzt, wo angetriebene Geräte nicht heranreichen oder wo Kontrolle und Rückmeldung durch Menschen wichtig sind.

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