Altbestand
Englisch: old-growth forest
Ein Wald, der ein hohes Alter erreicht hat, ohne dabei wesentlich gestört worden zu sein.
Altholzbestand: Waldbestand über 200 Jahre alt, weitgehend ungenutzt
Ein Altholzbestand ist ein Baumbestand, der sich über zwei Jahrhunderte oder länger mit minimalem menschlichem Eingriff oder katastrophaler natürlicher Störung wie Feuer oder Windwurf entwickelt hat. Diese Wälder enthalten eine Mischung aus Baumaltklassen, wobei dominante Exemplare oft 200-400 Jahre alt sind, obwohl einige Arten wie Douglasie oder Ponderosa-Kiefer 500-1000 Jahre erreichen können. Das Kronendach ist typischerweise unregelmäßig mit mehreren Vegetationsschichten und einer tieferen Ansammlung von Totholz auf dem Waldboden.
Altholz unterscheidet sich deutlich von Plantagenbau oder Zweitwaldbeständen in Struktur und Zusammensetzung. Die Durchmesserverteilung ist breit; man findet Bäume von Sämlingen bis zu massiven Exemplaren mit 0,9-1,5 Meter Durchmesser. Die Holzdichte nimmt häufig mit dem Alter zu, besonders in den äußeren Jahresringen, was Altholzstämme dichter und wertvoller für Spezialanwendungen wie Furnier oder Konstruktionsbalken macht. Jahrringe sind eng beieinander, weil der jährliche Zuwachs nach den ersten 100-150 Jahren dramatisch abnimmt.
Wirtschaftliche und ökologische Spannungen
Förster und Holzkäufer erkennen Altholzbestände als endliches Kapital an. In Regionen wie dem Pazifischen Nordwesten haben sich die Ernteraten von Altholz verlangsamt oder gestoppt, aufgrund des Schutzes von Fleckenuhu-Lebensraum und Wasserscheidelfunction. Wirtschaftlich erzielen Altholzstämme Prämien von 20-50% gegenüber gleichwertigen Jungholzvolumen wegen klarer Maserung, Stabilität und Marktwahrnehmung der Qualität. Die Rotationszeit für den Anbau von Ersatz-Altholz ist jedoch für kommerzielle Zwecke faktisch unendlich.
Die Bewirtschaftung verbleibender Altholzbestände konzentriert sich typischerweise auf Schutz statt Ernte. Räumungsmaßnahmen nach natürlicher Störung wie Borkenkäferbefall oder Windbruch sind umstritten; das Entfernen von Totholz wirkt sich auf Nährstoffkreisläufe und Lebensraum aus, die auf dieses grobe Totholz angewiesen sind. Der Begriff selbst hat Gewicht in Holzverkäufen, Naturschutzpolitik und Flächennutzungskonflikten, da der Altholzstatus sowohl gesetzliche Ernterechte als auch Berechnungen des ökologischen Wertes bestimmt.