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Bauwesen

offene Dachrinne

Englisch: open valley

Eine Konstruktionsmethode für Dachrinnen, bei der die steilen Dachflächen beidseitig der Rinne zurückgeschnitten werden und die Metallrinne sichtbar bleibt.

offenes Dachtal: sichtbarer Metallstreifen dort, wo zwei Dachflächen aufeinandertreffen

Ein offenes Dachtal ist ein Dachdetail, bei dem zwei geneigte Dachflächen aufeinandertreffen und die Talblech-Anschlüsse (fast immer Metall, typischerweise verzinkter Stahl 24er Stärke oder lackiertes Aluminium) sichtbar in der Mitte zwischen ihnen hinunterlaufen. Anders als bei geschlossenen Dachtalern, wo das Dachdeckermaterial das Blech abdeckt, bleibt das Metall im offenen Dachtal der Witterung und dem Blick ausgesetzt. Beide Dachflächen werden an den Talrändern sauber abgeschnitten und gekürzt, normalerweise 10 bis 15 cm vom Mittelpunkt entfernt auf jeder Seite, sodass ein freier Kanal übrig bleibt, durch den das Wasser ungehindert nach unten fließen kann.

Die Funktion dieser Konstruktion ist die Entwässerung. Wasser, das eine der Flächen herunterläuft, konzentriert sich im Dachtal und muss schnell ablaufen können, ohne zu stauen oder unter den Schindeln anzusammeln. Das offene Design schließt das Risiko von Eisdämmen oder Verschlammung aus, die geschlossene Dächer befallen können, wo Laub, Schmutz oder Eis das Wasser an der Stoßstelle stauen können. In Gegenden mit starkem Regen oder Schneeschmelze ist die ungestörte Wasserfuhr durch ein offenes Dachtal hydraulisch wirklich überlegen.

Ausführungsarten und Verarbeitung

Offene Dächer sind im Asphaltschindel-Handwerk und bei Metalldeckungen häufig anzutreffen. Bei Schindeln wird das Talblech zunächst befestigt, dann wird jede Schindelreihe an der geneigten Fläche entlang einer Kreiselinie geschnitten und nur auf der Innenseite des Talrandes genagelt. Metalldeckungen im Dachtal folgen dem gleichen Prinzip, integrieren aber das Tal oft als Teil des Paneelsystems selbst. W-Dächer und V-Dächer bezeichnen das Querschnittsprofil des Blechs; W-Profile mit einem feinen Mittlerrücken sind vorzuziehen, weil sie verhindern, dass Wasser bei starkem Regen unter die Schindelkanten zurückläuft.

Die Qualität der Verarbeitung hängt stark von Befestigung und Dichtung ab. Die Befestigungsmittel am Talrand werden normalerweise innerhalb von 2,5 cm vom Rand gesetzt und mit kompatiblem Dachkit abgedichtet; freigelegte Befestigungsmittel im offenen Kanal rosten schnell, wenn sie nicht abgedichtet sind. Das Talblech muss mindestens 45 cm breit sein, wo es aus der Dachöffnung austritt, mit mindestens 22,5 cm Überdeckung auf jeder Fläche. Unterdimensionierte Bleche sind ein häufiger Fehler und führen zu Wassereintritt und Fäulnis.

Offene Dächer werden von professionellen Dachdeckern und Baubehörden in Nordamerika häufig bevorzugt, weil ihre Leistung vorhersehbar und prüfbar ist. Der Schwachpunkt ist die Optik: die durchgehende Metalllinie kann auf manche Hausbesitzer institutionell oder industriell wirken, weshalb einige das weichere Aussehen geschlossener Dächer trotz ihrer höheren Wartungslast bevorzugen. Die Materialkosten sind ungefähr gleich, aber die Arbeit für ein offenes Dachtal ist einfacher, weil der Dachdecker die Schindeln nicht über die Stoßstelle hinweben muss.

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