SpracheEnglishDeutsch
Bauwesen

Überhandverband

Englisch: overhand

adjectiveBauwesen

Verlegt so, dass die zu verfugenden Wandfläche auf der dem Maurer gegenüberliegenden Seite liegt, was den Maurer zwingt, sich über die Wand zu beugen, um die Arbeit zu beenden.

Überhandschlag: Maurerarbeiten von der falschen Seite der Wand ausgeführt

Überhandschlag entsteht, wenn ein Maurer die sichtbare Fläche einer Wand von der gegenüberliegenden Seite verfugen oder verputzen muss. Statt vor der Wand zu stehen, die er fertigstellen will, arbeitet der Maurer von hinten, lehnt sich über die Wand oder über die Oberkante, um an die Fugen zu gelangen. Das ist die umgekehrte Position zur normalen, komfortablen Arbeitsweise und führt zu erheblicher körperlicher Belastung und verminderter Genauigkeit.

Diese Situation entsteht am häufigsten beim Bau von Zweischalenwänden oder wenn ein inneres Gerüst nicht auf der Seite der fertigen Oberfläche positioniert werden kann. Eine zweischalige Wand kann mit der äußeren Schale (sichtbarer Stein oder Ziegel) nach außen errichtet werden, aber während des Baus ist der Zugang nur vom inneren Gerüst möglich. Der Maurer muss über die Luftschicht hinweg diese äußere Fläche verfugen oder über die Wantenkante arbeiten, wenn er von oben arbeitet. Verputzarbeiten (Ausfugen und Verfüllen von Fugen nach dem Erhärten der Wand) können ebenfalls als Überhandschlag anfallen, wenn die Baustelle keinen ordentlichen Zugang ermöglicht.

Die Arbeitsqualität leidet unter Überhandschlag-Bedingungen. Die Sicht des Maurers ist behindert, die Schwerkraft wirkt gegen die Werkzeugkontrolle, und die Ermüdung setzt schnell ein. Fugenkonsistenz, Witterungsbeständigkeit und optisches Finish verschlechtern sich alle. Die Fugen lassen sich nicht vollständig ausfüllen und schwerer zu einem sauberen Profil fertigstellen. Das Neuverputzen von Überhandschlag-Fugen per Hand ist langsamer und kostspieliger als Arbeiten von der richtigen Seite, weshalb Spezifikationen manchmal vorsehen, dass es vermieden oder auf unvermeidbare Fälle beschränkt wird.

Der Begriff spiegelt die wörtliche Bewegung: Hand und Arm des Maurers müssen über oder quer über die Wand greifen, um die Arbeit abzuschließen. Das Gegenteil ist Unterhandschlag, bei dem der Maurer über einer waagerechten Fuge steht und von oben hinein arbeitet. Überhandschlag erscheint in Maurernormen und Vertragsdokumenten, weil er Kosten und Zeitplan-Auswirkungen mit sich bringt und weil er bei qualitätssensiblen Arbeiten manchmal ausdrücklich untersagt ist.

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