outbye
In Richtung weg vom Kohlenstrom.
outbye: weg vom Abbaubereich, in Richtung Förderturm
Outbye bedeutet in Richtung Schacht, Hauptstrecken oder generell weg vom aktiven Kohlenflöz, wo die Gewinnung stattfindet. In der Bergmannssprache ist es das Gegenteil von inbye, das zum Flöz hinweist. Ein Bergmann, der outbye fährt, bewegt sich zurück durch die Abbaubetriebe und Hauptstrecken, die den Arbeitsbereich mit dem Schachtfuß und letztlich der Oberfläche verbinden.
Der Begriff stammt aus dem schottischen und nordenglichen Bergbaudialekt, wo out die Bedeutung von Abfahrt oder Rückzug hat und bye als Ortsangabe funktioniert (verwandt mit dem Wort by). In Bergwerken, besonders in Großbritannien, wurden diese Richtungsbegriffe zur standardisierten Sicherheitssprache, weil sie in der Dunkelheit und dem Lärm der unterirdischen Arbeit eindeutig sind. Ein Befehl, outbye zu gehen, lässt keinen Raum für Missverständnisse.
In der Praxis beschreibt outbye Bewegungen in Rückluftbahnen, Hauptförderstrecken und Zuluftbahnen, wo die Ventilationsluft zur Oberfläche zurückfließt. Ein Bergmann, der Werkzeuge sammelt, zu einem anderen Bereich fährt oder evakuiert wird, bewegt sich outbye. Kohlewagen, die vom Flöz geholt werden, fahren outbye zum Schacht. Im Notfall bedeutet die Anweisung, outbye zu gehen, sich in Richtung Sicherheit und frische Luft zu bewegen.
Die Unterscheidung zwischen inbye und outbye ist noch heute in modernen Bergbauvorschriften und Rettungsverfahren verankert, auch wenn der Bergbau in traditionellen Kohlerevieren zurückgegangen ist. Markscheider kennzeichnen Pläne noch immer mit diesen Begriffen, und Rettungsteams trainieren damit als Teil der Standardterminologie. Die outbye-Richtung ist auch der Luftrückweg: Ventilatoren an der Oberfläche saugen die Luft outbye durch das Bergwerk, was den Weg kennzeichnet, auf dem mit einer atmungsgerechten Atmosphäre gerechnet werden kann.