taubes Gestein
Englisch: dead ground
Der Bereich einer Erzader, in dem kein Erz vorhanden ist.
Taube Gestein: barren Gestein innerhalb einer Mineralader
Taube Gestein ist der wertlose Anteil einer Mineralader, das Gestein, das kein abbaubares Erz enthält. Wenn Bergleute eine Ader auffahren, treffen sie auf Abschnitte, wo die Mineralisierung unter die wirtschaftliche Rentabilitätsgrenze fällt, typischerweise wenn der Mineralgehalt unter dem für den Betrieb festgelegten Cutoff-Grad liegt. Dieses barren Material liegt trotzdem innerhalb der geologischen Struktur der Ader selbst, nicht im umgebenden Nebengestein, was es grundlegend vom unmineralisierten Nebengebirge unterscheidet.
Das Vorkommen von taubem Gestein innerhalb einer Ader erzeugt sowohl Planungs- als auch Betriebsprobleme. Eine Ader kann insgesamt wirtschaftlich abbaubar sein und trotzdem interne Zonen tauben Gesteins enthalten, das gewonnen und abgefahren werden muss. Bergleute treffen auf dieses Material in erwarteter und unerwarteter Form: Eine Ader kann über eine Strecke dramatisch mächtiger werden, oder die Mineralisierung kann innerhalb ihrer Grenzen chaotisch verlaufen. Manchmal entsteht taube Gestein durch späte Verwitterung oder Oxidation, die die ursprünglichen Mineralien zerstört hat. Andere Abschnitte können unmineralisierte Störungsfüllungen oder hydrothermale Brekziierungen darstellen, die während desselben Ereignisses entstanden, das die Ader schuf.
Ob taube Gestein abgebaut wird, hängt von Geometrie und Gewinnungsmethode ab. Bei schmalen Adern, die per Hand oder im kleinmaßstäblichen selektiven Abbau bearbeitet werden, können Bergleute taube Gestein in situ lassen, um Transport- und Aufbereitungskosten zu sparen. Großflächige Abbauverfahren, besonders Bruchbau im Untertagebau, erfordern oft das Ausräumen der gesamten Aderstruktur, einschließlich taubem Gestein. Das Volumen tauben Gesteins beeinflusst unmittelbar den durchschnittlichen Gehalt des zur Mühle geförderten Erzes; eine Ader, die zu dreißig Prozent aus taubem Gestein besteht, verdünnt die Aufgabe und erhöht die Verarbeitungskosten je Tonne.
Der Begriff spiegelt eher praktische denn geologische Klassifizierung wider. Der Status eines Gesteinstyps als taube Gestein hängt allein von wirtschaftlichen Parametern ab, nicht von der Mineralogie. Eine Quarz-Kalzit-Zone mit zwei Prozent Kupfer kann in einem reichen Revier Erz sein, aber taube Gestein in einem ärmeren. Wirtschaftliche Veränderungen können Gestein nachträglich umklassifizieren: Verbesserungen der Flotationseffizienz oder Anstiege der Metallpreise können früher taube Gestein in abbaubare Erze umwandeln, während fallende Rohstoffpreise ehemalige Erzenzonen in taube Gestein reklassifizieren können.