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Fertigung

Overlockstich

Englisch: overlock

Stich, der über die Kanten von ein oder zwei Stofflagen läuft zum Säumen, Besäumen oder Verbinden.

Overlock: der Stich, der Stoffkanten fertigstellt und versiegelt

Ein Overlock ist eine Stichbildung, die Faden um die Rohkante eines Stoffes wickelt und dabei überschüssiges Material abschneidet und die Kante in einem Arbeitsgang versäumt. Im Gegensatz zum Doppelstich oder Kettenstich nutzt der Overlock mehrere Fäden, typischerweise drei bis fünf, die über einer Messerkante und um die Stoffkante geschleift werden. Dies erzeugt eine fertige, versiegelte Kante, die Ausfransen verhindert und die Haltbarkeit erhöht. In der Bekleidungs- und Textilproduktion ist das unverzichtbar, wo Geschwindigkeit und Qualität zählen.

Die Overlockmaschine, auch Serger genannt, schneidet die Stoffkante mit einem kleinen Messer ab und führt Fadenschleifen über diese frisch geschnittene Kante. Die häufigste Ausführung nutzt vier Fäden: einen Nadelfaden auf jeder Seite und zwei Fadenführerfäden, die unter dem Stoff ineinander greifen. Ein Drei-Faden-Overlock verzichtet auf einen Fadenführer und ist leichter, schneller und üblich bei Elastikfasern und einlagigen Nähten. Fünf-Faden-Versionen ergänzen einen separaten Kettenstich-Fadenführer für stärkere Nähte, typischerweise bei schweren Webstoffen oder wo Nahthaltbarkeit kritisch ist.

Die Fadenspannung bei einem Overlock ist komplexer als bei konventionellen Maschinen, weil jeder Faden einzeln ausgewogen werden muss. Ist die Nadelspannung zu straff, kräuselt sich die Kante; sind die Fadenführerspannungen ungleich, zieht der Stich zur Seite oder es entstehen Lücken. Das Messer selbst erfordert regelmäßige Wartung: es nutzt schnell ab bei schweren Stoffen, Kunststoffen oder wenn Nadeln getroffen werden, und ein stumpfes Messer hinterlässt eine raue statt einer sauberen Kante.

Verwendung und Grenzen

Overlocks zeichnen sich aus beim Versäumen von Nähten in Gestricken und Elastikstoffen, weil der Stich selbst mit dem Kleidungsstück mitdehnt. Sie sind auch der Standard für Sportbekleidung, Wäsche und Kinderkleidung, wo weiche, flexible Nähte erforderlich sind. Overlocks können jedoch nicht so sauber starten und stoppen wie Doppelstichmaschinen, daher sind sie ungeeignet für Zierstiche, Knopflöcher oder jede Naht, die präzise Anfangs- und Endpunkte erfordert.

Der Name leitet sich ab vom Stich, der buchstäblich über die Stoffkante hängt oder diese überlappt. In den USA und Großbritannien wird oft die Bezeichnung Overlock verwendet; in anderen Regionen ist der Begriff Serger, vom französischen sergé (Köperbindung), gebräuchlicher. Industrielle Overlocks arbeiten mit 4000 bis 6000 Stichen pro Minute, ungefähr doppelt so schnell wie vergleichbare Doppelstichmaschinen, was ihre Vorherrschaft in der Massenproduktion erklärt.

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