Seitenabzug
Englisch: page proof
Ein Probeabzug, der in Seiten aufgemacht wurde.
Umbruchproof: die vollständige Layoutprüfung vor dem Druckstart
Ein Umbruchproof ist ein Probeabzug des gesetzten Materials in seinem endgültigen Seitenformat, komplett mit Rändern, Kopfzeilen, Fußzeilen und laufenden Elementen. Er zeigt, wie Text und Bilder beim Druck tatsächlich aussehen werden, und ermöglicht es der Druckerei und dem Auftraggeber, Fehler in Position, Abstängen und Inhalt zu erkennen, bevor Druckplatten hergestellt oder ein vollständiger Drucklauf beginnt.
Umbruchproofs unterscheiden sich von früheren Stadien wie Fahnenabzügen, die Text in langen Spalten ohne Seitenumbrüche oder finales Layout zeigen. Im Umbruchproof-Stadium hat der Setzer das Material bereits in Seiten eingeteilt, Seitenzahlen gesetzt und alle stehenden Elemente positioniert. In dieser Phase werden Layoutprobleme sichtbar: eine Überschrift, die unglücklich am Seitenende sitzt, eine Abbildung in der falschen Spalte oder Text, der zu lang wird und Inhalte auf die nächste Lage verschiebt.
Teure Fehler vermeiden
Der Umbruchproof ist die letzte praktische Kontrollmöglichkeit vor der Investition in Platten, Formen oder digitale Dateien für große Auflagen. Ein ausgerückter Kopf, eine Hurenkind-Zeile oder eine Abbildung im Rand werden hier erfasst, statt sich auf tausende gedruckte Blätter zu verteilen. Die Freigabe des Umbruchproofs durch den Auftraggeber ist Standard; nach der Genehmigung läuft die Druckerei zu Film, Plattenherstellung oder zu den endgültigen digitalen Dateien je nach eingesetztem Druckverfahren.
Umbruchproofs werden typischerweise auf schnellen Druckmaschinen oder digitalen Systemen mit geringerer Qualität als das Endprodukt hergestellt, oft auf Proofpapier statt auf dem vorgesehenen Bedruckstoff. Das Ziel ist Schnelligkeit und Wirtschaftlichkeit; Umbruchproofs sollen nicht das Endprodukt darstellen, sondern nur genau genug sein, um sicherungstechnische Probleme zu zeigen und Korrekturen zu ermöglichen.
Im modernen Offset- und Digitaldruck können Umbruchproofs Softproofs (auf dem Bildschirm) oder Hardproofs (gedruckt) sein, wobei Hardproofs für Arbeiten mit kritischer Farbgenauigkeit und Farb-Substrat-Wechselwirkung Standard bleiben. Traditionelle Buchdruck- und Tiefdruck-Druckereien arbeiteten ausschließlich mit Hardproofs. Der Begriff hat Gewicht in der professionellen Druckindustrie, weil er die Grenze zwischen redaktioneller Phase und Produktionsphase markiert.