PAT
Abkürzung für portable appliance testing.
PAT: Elektrosicherheitsprüfung für tragbare Geräte
Die Prüfung tragbarer Geräte ist die systematische Sichtprüfung und elektrische Prüfung von tragbaren Geräten, die in Arbeitsstätten verwendet werden, typischerweise solche, die über ein flexibles Kabel und einen Stecker angeschlossen werden. Das Ziel besteht darin, zu überprüfen, dass ein Gerät sicher zu verwenden ist und kein Risiko für elektrischen Schlag, Brand oder Verbrennungsgefahr darstellt. PAT umfasst alles von Desktop-Computern und Kesseln bis zu Elektrowerkzeugen und Laborgeräten und ist in den meisten industriellen und gewerblichen Umgebungen in Großbritannien und mehreren anderen Ländern vorgeschrieben.
Eine PAT-Prüfung besteht typischerweise aus zwei Stufen: eine Sichtprüfung auf offensichtliche Mängel (beschädigtes Kabel, lockere Stecker, Brandflecken, Wasserschäden), gefolgt von einer elektrischen Prüfung mit einem speziellen PAT-Prüfgerät. Das Prüfgerät führt eine Isolationswiderstandsprüfung, eine Schutzleiterkontinuitätsprüfung und eine Messung des Ableitungsstroms durch. Der Isolationswiderstand wird zwischen Leiter und Schutzleiter gemessen, üblicherweise bei 500 V Gleichspannung. Die Schutzleiterkontinuität überprüft, dass der Schutzleiterkontakt einen ordnungsgemäßen Kontakt mit dem Geräterahmen herstellt. Der Ableitstrom wird gemessen, um zu bestätigen, dass der durch die Isolierung fließende Strom innerhalb sicherer Grenzen liegt, typischerweise unter 3,5 mA für Geräte der Klasse I und 5 mA für Geräte der Klasse II.
Die Prüfhäufigkeit hängt vom Gerätetyp und der Umgebung ab. Tragbare Elektrowerkzeuge, die auf Baustellen verwendet werden, müssen möglicherweise alle 3 Monate geprüft werden; Bürogeräte alle 2 Jahre; Küchengeräte alle 6 Monate. Geräte mit hohem Risiko oder hoher Nutzung werden häufiger geprüft als solche in Umgebungen mit geringem Risiko. Unterlagen zu allen Prüfungen, einschließlich Bestanden-/Nichtbestanden-Ergebnisse und das Datum der nächsten Prüfung, müssen aufbewahrt werden, üblicherweise auf einem auf dem Gerät angebrachten Etikett oder in einer Datenbank.
Warum PAT in der Praxis wichtig ist
Mängel, die während der PAT entdeckt werden, offenbaren Isolationsausfälle durch Feuchtigkeitseintritt, mechanische Beschädigungen an Kabeln, Verschlechterung von Stiftpolen oder lockere Schutzleiterkontakte. Diese Mängel mögen keine unmittelbare Fehlfunktion verursachen, stellen aber ein kumulatives Risiko dar. Ein beschädigtes Kabel oder ein korrodierter Schutzleiterkontakt kann zu Stromschlag führen, wenn ein Gerät einen Fehler unter Spannung entwickelt. PAT ist grundsätzlich eine Kontrolle dieses Restrisikos, keine Garantie der Sicherheit unter allen Bedingungen.
Die PAT-Prüfung wird häufig von speziellen Fachleuten mit einem kalibrierten Prüfgerät durchgeführt, obwohl manche Organisationen ihr eigenes Personal schulen. Die Gerätekosten sind moderat (tragbare Prüfgeräte kosten von einigen hundert bis zu mehreren tausend Pfund), was die Prüfung wirtschaftlich praktikabel im großen Maßstab macht. Behörden wie die Health and Safety Executive in Großbritannien geben keine genauen Prüfintervalle vor, sondern nur, dass Geräte in einem sicheren Zustand erhalten werden; die Branchenleitlinien und Versicherer erzwingen jedoch typischerweise die oben genannten Intervalle. Die Praxis ist teilweise zum Standard geworden, weil die Prüfkosten weit unter den Kosten für Verletzungen, Ausfallzeiten oder Haftung durch elektrische Unfälle liegen.