PCD
Initiale für Teilkreisdurchmesser, Durchmesser eines gedachten Kreises, der durch die Mittelpunkte aller Schraubenlöcher verläuft.
PCD: der Lochkreisdurchmesser, der zählt
PCD ist der Lochkreisdurchmesser, eine Messgröße, die festlegt, wo die Befestigungslöcher auf einem Rad, einer Nabe oder einem Flansch sitzen. Es ist nicht der Durchmesser der Bolzenlöcher selbst, sondern vielmehr der Durchmesser eines imaginären Kreises, der durch den Mittelpunkt jedes Lochs verläuft. Ein Rad mit einem PCD von 120 mm hat seine fünf oder sechs Bolzenlöcher auf einem Kreis mit 120 mm Durchmesser angeordnet. Wenn diese Dimension falsch ist, passt das Rad nicht auf die Nabe, egal wie sehr man es erzwingt.
PCD wird immer mit einer Anzahl von Bolzen angegeben. Man schreibt es als 5x120 oder PCD 120/5H, was bedeutet fünf Bolzen auf einem 120-mm-Kreis. Übliche PCD-Werte im Automobilbereich sind 98, 100, 105, 110, 112, 114,3, 120 und 130 mm. Metrische und imperiale Maße überlappen sich: 114,3 mm entspricht 4,5 Zoll, ein Altstandard, der noch immer in Gebrauch ist. Die meisten Fahrzeuge haben fünf oder sechs Bolzen; leichte Anhänger und kleine Geräte können vier haben.
Der Begriff liegt an der Schnittstelle zwischen Radpassform und Fertigungspräzision. Radabstandsringe und Adapter existieren, weil sich der PCD nicht verändert; die Messgröße ist sowohl in der Fahrzeugnabe als auch in der Radgussform festgelegt. Eine Nabe mit 5x120 kann ein 5x114,3-Rad nicht ohne einen Adapter aufnehmen, der die Bolzenlöcher neu positioniert. Hersteller müssen die PCD-Toleranz während des Radgusses und der Nabenfertigung auf 0,5 mm oder enger halten, da sich Fehler über mehrere Befestigungspunkte hinweg zu Rundlauf, Vibrationen oder Versagern beim Sitz aufsummieren.
Wo Verwechslungen entstehen
PCD wird häufig mit dem Nabenloch verwechselt, das ist die Öffnung in der Mitte des Rades, die auf die Nabe des Achsschenkelbolzens passt. Ein Rad kann den korrekten PCD haben, aber das falsche Nabenloch, und es lässt sich nicht sicher montieren. Offset, Rückversatz und Lochbild sind separate Spezifikationen; der PCD definiert nur den Kreis, auf dem die Löcher angeordnet sind, nicht wie weit das Rad von der Nabe herausragt oder wie dick die Felgenspeichen sind.
In der praktischen Werkstattarbeit spielt PCD vor allem bei der Beschaffung von Ersatzrädern, beim Anpassen von Naben zwischen Fahrzeugplattformen oder bei der Diagnose einer lockeren oder beschädigten Räderadapter eine Rolle. Das Messen des PCD erfordert den Abstand zwischen zwei beliebigen Bolzenlöchern und eine Formel basierend auf der Bolzenanzahl, oder direkte Messung des Kreises selbst mit Lineal oder Schieblehre gegen die Lochmittelpunkte. Fehlbestimmung ist auf dem Markt für gebrauchte Teile häufig und eine verbreitete Ursache für unsichere Montagen.