Pearl
Englisch: pearl
Schriftgröße zwischen Diamond und Agate, standardisiert auf 5 Punkt.
Pearl: Eine 5-Punkt-Schriftgröße, in modernen Druckereien nahezu ausgestorben
Pearl ist eine Einheit der Schriftgrößenmessung im Bleisatz, die im anglo-amerikanischen Typografiesystem auf 5 Punkt standardisiert wurde. Ein Punkt entspricht 1/72 Zoll, wodurch Pearl-Schrift ungefähr 0,069 Zoll oder 1,76 Millimeter hoch ist. Sie liegt zwischen Diamond (4 Punkt) und Agate (5,5 Punkt) in der Hierarchie der kleinen Jobbing-Größen, die für Kleinanzeigen, Fußnoten, Rechtstexte und andere Texte verwendet wurden, wo äußerste Platzersparnis notwendig war.
Der Name gehörte zu einer Familie von Schriftgrößen, deren Bezeichnungen von Edelsteinen und wertvollen Materialien entlehnt waren: Diamond, Pearl, Agate, Nonpareil, Minion, Brevier und größere Schnitte. Diese Namen hatten keine technische Bedeutung; sie waren einfach Bezeichnungen, die Schriftgießereien zur Standardisierung ihres Angebots vergeben hatten. Pearl etablierte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts als eigenständige Größe, obwohl verschiedene Gießereien vorher gelegentlich leicht unterschiedliche Interpretationen anboten, bevor die Standardisierung verhärtet wurde.
Pearl existiert heute fast ausschließlich im Vokabular von Alteingesessenen und in Nachschlagewerken. Fotosatz und digitale Textverarbeitung machten die Unterscheidung zwischen diesen kleinen Metallgrößen überflüssig. Ein Schriftsetzer der 1950er Jahre, der mit Gießereitypen arbeitete, hätte Pearl für bestimmte Aufträge vorrätig gehalten; ein moderner Designer, der in Punkten und Pixeln arbeitet, gibt einfach 5pt in ein Stylesheet ein. Die mechanischen Zwänge, die solch feinen Abstufungen notwendig machten, das physische Handling von Bleizeilen, die Wirtschaftlichkeit des Metalls, existieren nicht mehr.
Selbst unter Druckern und Verlegern, die noch mit historischen Schriften arbeiten oder historisches Wissen bewahren, wird Pearl selten beim Namen genannt. Der Begriff überlebt hauptsächlich in Diskussionen zur Druckgeschichte, in Auktionskatalogen von Schriftsammlungen und in der Erinnerung von Praktikern, die ihr Handwerk vor der digitalen Umwälzung erlernt haben. Das Verständnis dafür ist heute vor allem für diejenigen wichtig, die alte Aufträge, Gießereikatalog oder Ausrüstungsspezifikationen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts und früher interpretieren müssen.