Ritzel
Englisch: pinion
Das kleinste Zahnrad in einem Zahnradsatz.
Ritzel: das kleine Zahnrad, das antreibt oder angetrieben wird
Ein Ritzel ist ein Zahnrad mit verhältnismäßig wenigen Zähnen, typischerweise zwischen 12 und 60, das in ein größeres Zahnrad, genannt Stirnrad oder Ringzahnrad, eingreift. Es ist nicht einfach das kleinste Zahnrad in einem System, sondern vielmehr das kleinere Element eines Zahnradpaares. Wenn zwei Zahnräder ineinandergreifen, wird das mit weniger Zähnen Ritzel genannt, unabhängig von seiner absoluten Größe. Die Hauptaufgabe des Ritzels ist die Übertragung von Bewegung und Drehmoment zwischen Wellen, wobei es je nach Kraftflussrichtung die Drehzahl erhöht oder reduziert.
Ritzel werden nach der Form ihrer Zähne und ihrer Ausrichtung zum Zahnrad eingeteilt. Ein Stirnritzel hat gerade Zähne parallel zu seiner Achse und greift mit einem Stirnrad auf einer parallelen Welle ein. Ein Kegelritzel hat schräg angeordnete Zähne und greift mit einem Kegelrad in einem Winkel ein, oft 90 Grad, um die Richtung der Kraftübertragung zu ändern. Ein Schneckenritzel, auch Schneckenrad genannt, hat ein schraubenförmiges Profil und treibt ein Schneckenrad in einer rechtwinkligen Anordnung mit hohen Untersetzungsverhältnissen an. Schrägverzahnungen haben schräg angeordnete Zähne, die glatteres und leiseres Eingreifen als Stirnzähne ermöglichen und höhere Lasten tragen können.
Die Größe und Zahnzahl des Ritzels bestimmen das Drehzahlverhältnis und die Drehmomenterzeugung zwischen antriebs- und abtriebsseitiger Welle. Ein Ritzel mit 20 Zähnen, das mit einem 60-Zahn-Rad kämmt, erzeugt ein Verhältnis von 3:1. Wenn das Ritzel der Antrieb ist, erhöht sich das Ausgangsdrehmoment um das Dreifache, während die Ausgangsdrehzahl auf ein Drittel der Eingangsdrehzahl sinkt. Das Material, typischerweise Stahl oder Gusseisen, muss hart genug sein, um Verschleiß und Pittings an den Zahnflanken unter Last zu widerstehen. Zahnoberflächen werden oft oberflächengehärtet bis zu Tiefen von 0,5 bis 1,5 mm, um die Lebensdauer zu erhöhen.
Häufige Ausfallarten und Konstruktionsaspekte
Ritzelzähne verschleißen vorzeitig bei unzureichender Schmierung, Fehlausrichtung oder Überlastung. Oberflächenermüdung, das Abblättern von Zahnflanken, tritt auf, wenn die Flächenpressungen die Ermüdungsgrenze des Materials überschreiten. Zahnfußermüdung kann zum Bruch von Zähnen führen. Das Modul oder die Zahnstangenteilung des Ritzels muss exakt mit dem des Zahnrades übereinstimmen; ein Modul-2-Ritzel passt nicht korrekt zu einem Modul-3-Zahnrad. Der Achsabstand zwischen den Wellen wird durch die Summe der Teilkreisradien bestimmt und muss eng toleriert werden, um gleichmäßiges Zahneingreifen zu bewahren.
In Kraftfahrzeuggetrieben ist das Eingriffsritzel auf der Vorgelegwelle eines der ersten Zahnräder, das Leistung vom Motor erhält. In Werkzeugmaschinen-Spindeln und industriellen Getriebereduktoren werden Ritzel gewählt, um exakte Drehzahl und Drehmoment für die Anwendung bereitzustellen. Der Begriff Ritzel stammt vom Französischen pignon, was kleines Zahnrad bedeutet. In Differentialgetrieben auf Fahrzeugachsen drehen sich kleine Kegelritzel auf Kreuzwellen, um es den Rädern zu ermöglichen, während einer Kurvenfahrt mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu drehen. Die Ritzelwahl beeinflusst direkt die Maschineneffizienz, Lärmemission, Haltbarkeit und die anfänglichen Kosten.