Zackenschere
Englisch: pinking shears
Schere mit gezackten Schneidekanten zum Zuschneiden von Stoffen; die Zackenkante verhindert das Ausfransen des Gewebes.
Zickzackschere: Schere, die statt einer geraden Linie ein Zickzackmuster schneidet
Zickzackscheren sind ein spezialisiertes Schneidwerkzeug mit Klingen, die ein Sägezahn- oder Zickzackmuster bilden, statt einer geraden Kante. Wenn die Klingen zusammenfahren, entstehen mehrere kleine V-förmige Schnitte über die Stoffoberfläche. Diese eigentümliche Schnittbewegung erzeugt eine gezackte Kante statt einer glatten, und die Wirkung ist unmittelbar und sichtbar auf jedem gewebten oder gestrickten Material.
Die Zickzackkante erfüllt einen echten funktionalen Zweck in der Textilverarbeitung. Wird Stoff mit geraden Scheren geschnitten, bleiben die abgeschnittenen Fasern am Rand lose und neigen zum Ausfransen, besonders unter Spannung oder nach dem Waschen. Der Zickzackschnitt unterbricht diese Faserketten häufiger; die kurzen Segmente zwischen den Kerben können nicht so weit am Rand entlanglaufen, bevor sie auf einen neuen Schnitt treffen. Das verlangsamt das Ausfransen deutlich, beseitigt es aber nicht völlig. Die Wirkung ist bei dicht gewebten Stoffen am stärksten und weniger wirksam bei lockeren Geweben oder Strickwaren.
Das Werkzeug ist Standard in der Bekleidungsherstellung, besonders beim Zuschneiden von Nahtzugaben auf Kleidungsteilen vor der Montage. Eine Nahtzugabe, die mit Zickzackscheren fertiggestellt ist, benötigt in vielen Anwendungen keine zusätzliche Verarbeitung oder Overlock-Nähte und spart Zeit und Material. Zickzackscheren werden auch dekorativ bei Bändern, Verzierungen und Quilt-Quadraten verwendet, wo die gezackte Kante Teil des fertigen Aussehens wird. Der Klingenwinkel und die Zahngrößen variieren zwischen verschiedenen Modellen und erzeugen unterschiedliche Ausfranscharakteristiken.
Zickzackscheren sind kein Ersatz für ordnungsgemäße Kantenfertigung bei Kleidungsstücken, die starker Beanspruchung oder häufigem Waschen ausgesetzt sind. Eine gezackte Nahtzugabe an einer Achselnaht oder Taschenkante kann sich mit der Zeit erheblich ausfransen, besonders bei Strickwaren. Bei strapazierfähiger Kleidung wird das Zickzacken oft mit anderen Methoden kombiniert, wie Overlocking oder Bindungen, je nach Fasergehalt und Verwendungszweck des Kleidungsstücks.
Der Name stammt direkt vom Verb pink, das in der Textiltechnologie bedeutet, Kerben oder Muschelmuster in eine Kante zu schneiden. Der Begriff existiert schon vor dem Zickzack-Klinge-Design; frühere Methoden verwendeten handgesteuerte Kerb-Werkzeuge. Moderne Zickzackscheren mit ihrer eigentümlichen Klingengeometrie wurden in der Mitte des 20. Jahrhunderts zum dominierenden Werkzeug und sind im Grunddesign bis heute weitgehend unverändert.