Zweigeleise
Englisch: gauntlet
Überlappende parallele Gleise, die entweder die Durchfahrt durch eine enge Öffnung in beiden Richtungen ohne Weichenwechsel oder die Passage von größeren Spurweiten ohne Beschädigung der Bahnsteige ermöglichen
Spurkreuzung: zwei Schienen im gleichen Raum
Eine Spurkreuzung ist ein Gleisstück, in dem zwei Schienen unterschiedlicher Spurweite oder zwei parallel verlaufende Schienen gleicher Spurweite denselben physischen Raum einnehmen. Die Schienen sind so angeordnet, dass ein Radreifen über eine Schiene rollen kann, während ein anderes Rad eine zweite Schiene darunter oder daneben erfasst. Dies ermöglicht es Fahrzeugen unterschiedlicher Spurweite oder Verkehr in entgegengesetzten Richtungen, denselben engen Korridor zu nutzen, ohne zu kollidieren oder Weichen zu benötigen.
Die häufigste Anwendung ist die Schmalspurbahn, die durch Normalspurinfrastruktur führt, oder umgekehrt. In einigen Fällen können ein Normalspurfahrzeug und ein Schmalspurfahrzeug die Spurkreuzung gleichzeitig in entgegengesetzten Richtungen durchfahren und jeweils ihre eigenen Schienen nutzen. Der vertikale oder seitliche Abstand zwischen den Schienen muss präzise auf die spezifischen Radprofile und beteiligten Spurweitemessungen berechnet werden, sonst klettern die Räder auf die falsche Schiene oder verfehlen sie ganz.
Spurkreuzungen treten häufig an Verzweigungen, Bahnübergängen und Stationsansätzen auf, wo der Platz begrenzt ist und die Trennung des Verkehrs teure Erdarbeiten oder Brückenbau erfordern würde. Historische Beispiele gibt es auf britischen Eisenbahnen, wo sich Schmalspurbahnen und Normalspurbahnen Terminals teilten. Der Begriff spiegelt die Herausforderung wider: Ein Fahrzeug durch eine Spurkreuzung zu fahren fühlt sich an wie das Durchfädeln eines Hindernisparcours, und wenn die Toleranzen abweichen, ist Entgleisung die Folge.
Verschleiß und Wartung sind entscheidend. Da Räder über eine kurze Distanz beiden Schienen gleichzeitig ausgesetzt sind, nimmt die Seitenlast an der Spurlinie zu, wo Spurkränze gegen die innere Schiene drücken. Der Schienenverschleiß beschleunigt sich, und das kritische Maß zwischen den beiden Schienen kann sich durch Setzung oder Frosteinwirkung verschieben. Betreiber müssen Spurkreuzungen häufig überprüfen und Schienenpositionen auf Sollspurweite zurücksetzen.
Eine Spurkreuzung unterscheidet sich von einer Schlangenweiche oder einer beweglichen Herzstückweiche. Bei einer Spurkreuzung bleiben beide Schienensätze fest und beide Fahrzeuge sind in Bewegung; die Fahrzeuge müssen für Doppelschienenkontakt ausgelegt sein. Dies macht Spurkreuzungen für dauerhafte Anlagen wirtschaftlich, aber ungeeignet für Hochgeschwindigkeitsfahrten oder schwere Lasten, wo die Seitenkräfte übermäßig werden. Die meisten Spurkreuzungen findet man auf Museumeisenbahnen, städtischen Straßenbahnnetzen oder stillgelegten Nebenstrecken, wo die Geometrie vor Jahrzehnten festgelegt wurde und der Austausch unerschwinglich wäre.