Tender-Führerhaus
Englisch: tender cab
Zusätzliche Führerhauskammer an der Vorderseite eines Dampflokomotiven-Tenders zur Schutzvorrichtung der Besatzung bei schlechtem Wetter beim Rückwärtsfahren mit Tender vorne.
Tenderführerhaus: Schutzaufbau für rückwärts fahrende Besatzungen
Ein Tenderführerhaus ist ein kleiner Schutzaufbau, der am vorderen Ende eines Lokomotivtenders angebracht ist und zur Lokomotive weist. Er schützt die Besatzung, den Heizer und manchmal weiteres Personal vor Wind, Regen und Schnee, wenn die Lokomotive rückwärts fährt oder tender-voran läuft (Schornstein hinten). Ohne ihn waren die Mitarbeiter an dieser Position direkter Witterung und Rußauswurf aus dem Schornstein ausgesetzt.
Die Struktur ist im Grunde ein Miniaturführerhaus: ein Stahlrahmen mit Fenstern oder offenen Schlitzen, manchmal mit Schiebeglas oder Metallklappen ausgestattet, und ein Dach zum Schutz vor Wasser. Die meisten Tenderführerhäuser sind 1,2 bis 1,8 Meter hoch und spannen ungefähr die Breite der Tenderplattform. Sie wurden an den vorderen Ecken und am Aufbau des Tenders verschraubt oder genietet. Die Konstruktion ist aus praktischen Gründen einfach; der Tender muss seine Wasser- und Kohlekapazität behalten, und das Führerhaus darf Kupplungen, Bremsanlage und Kohleförderung nicht behindern.
Tenderführerhäuser wurden bei vielen Eisenbahnen im frühen 20. Jahrhundert zur Standardpraxis, besonders in Nordamerika, waren aber nicht überall üblich. Manche Eisenbahnen montiert sie nur auf Tendern für bestimmte Strecken oder Jahreszeiten. Das Führerhaus ermöglichte bessere Sicht und Kontrolle beim Rangieren oder für lange Rückwärtsfahrten, was regelmäßig bei Rangierbewegungen, Umlaufmanövern und beim Umsetzen von Loks auf Wye-Gleisen statt auf Drehscheiben vorkam.
Häufige Probleme und Verschleiß
Tenderführerhäuser litten unter Vibration und Korrosion. Genietete Verbindungen lockerten sich mit der Zeit. Fenster vereisten oder sprangen durch Wärmeschock. Der Aufbau sammelte auch Kohlestaub und Asche, was die Sicht trotz seines Zwecks minderte. Bei älteren oder stark beanspruchten Tendern wurde das Führerhaus zu einer schwachen Stelle im Rahmen; Beschädigungen durch Kupplungsmanöver waren häufig und teuer zu reparieren.Der Begriff beschreibt seine wörtliche Position und Funktion: es ist ein Führerhaus, ein Besatzungsraum, der am Tender statt an der Lokomotive selbst sitzt. Es entstand als praktische Lösung während der Dampflokära, als Betriebseffizienz und Arbeitssicherheit zu behördlichen Anforderungen wurden. Mit dem Rückgang der Dampfloks ab den 1950er Jahren verschwand das Tenderführerhaus aus dem Neubau, obwohl viele erhaltene Exemplare noch auf Museumsbahnen zu sehen sind.