Regal-Geranie
Englisch: regal geranium
Gruppe von Hybrid-Pelargonien (Pelargonium × domesticum) mit aufrechtem Wuchs und großen, auffälligen Blüten.
Edelpelargonie: eine edle Züchtung für Schauqualität
Die Edelpelargonie, botanisch Pelargonium × domesticum, ist eine Hybrid-Pelargonie, die große, dekorative Blüten auf kompakten, aufrechten Pflanzen hervorbringt. Anders als ihre aus Samen vermehrten Verwandten sind Edelpelargonier sterile Hybriden, die vegetativ durch Stecklinge vermehrt werden müssen. Das macht sie zwar teurer in der Herstellung, garantiert aber einheitliche Qualität. Die Blüten sind deutlich größer und strukturreicher als bei Zonen-Pelargonier und erreichen oft 5 cm oder mehr Durchmesser, mit gekräuselten Blütenblättern und kräftigen Farbkombinationen: tiefe Rot- und Violetttöne, Rosa und Weiß, häufig mit kontrastierenden Flecken oder Picotee-Rändern.
Edelpelargonier erfordern präzisere Wachstumsbedingungen als Standard-Geranien. Sie brauchen kühlere Nachttemperaturen, typischerweise 10 bis 15°C, um Blütenknospen anzusetzen; warme Nächte unterdrücken die Blüte vollständig, was ihre kommerzielle Nutzung in heißen Klimazonen oder schlecht belüfteten Gewächshäusern einschränkt. Sie bevorzugen auch gleichmäßige Feuchte und gute Luftzirkulation, um Botrytis zu verhindern, und können die Hitze und Trockenheit nicht vertragen, die Zonen-Pelargonier mühelos verkraften. Das macht sie in erster Linie zu einer Kalt- oder Gewächshauskultur, nicht zu einer Gartenpflanze.
Vermehrung und Produktionszeitplan
Züchter vermehren Edelpelargonier aus Weich- oder Halbholzstecklingen, die zwischen Sommer und Frühherbst genommen werden. Das Bewurzeln dauert normalerweise drei bis vier Wochen bei 18 bis 20°C. Da die Blüte licht- und temperaturabhängig ist, timen kommerzielle Produzenten die Vermehrung sorgfältig: Jungpflanzen werden oft bei kühlen Temperaturen unter reduziertem Licht gehalten, um Blütenknospen vor der Lieferung einzuleiten. So bekommen Kunden Pflanzen in Blüte oder Knospenstadium statt reinen vegetativen Wuchs.
Die Edelpelargonie verdankt ihren Namen ihrem prächtigen, beinahe theatralischen Aussehen; viktorianische Pflanzensammler schätzten sie als Zierpflanzen für Orangerien und formale Wohnzimmer. Der Name hält sich in der Gartenbaupraxis, obwohl "Edel-Pelargonie" botanisch korrekter ist. Im Gartenbauhandel nehmen sie eine mittlere Position ein: teurer als Saatgut-Geranien, zuverlässiger als manche empfindlichen Stauden, aber anspruchsvoll genug, dass die Pflegeanleitung immer auf dem Etikett gedruckt ist.