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Textiltechnik

Quellung

Englisch: regain

Breitennahme eines gewebten Stoffs durch Quellung der Fasern, dient zur Bestimmung der beim Weben zu verwendenden Kammbreite.

Tuchzug: Stoffbreitenausdehnung durch Fasserfeuchte

Tuchzug ist die Breitenausdehnung, die ein Gewebe erfährt, wenn seine Fasern Feuchte aufnehmen und quellen. Das geschieht natürlicherweise, wenn Garne durch den Webstuhl laufen und nach dem Weben, wenn der Stoff mit feuchter Luft oder direkter Feuchte in Berührung kommt. Der Weber muss diese Ausdehnung berücksichtigen, indem er die Patrone schmäler stellt als die gewünschte Fertigbreite, damit der Stoff nach Feuchteaufnahme die Vorgaben erreicht.

Die Höhe des Tuchzugs hängt in erster Linie vom Fasergehalt ab. Wolle zeigt leicht und zuverlässig Tuchzug, typischerweise etwa 2 bis 5 Prozent der Trockenbreite unter Standardklima. Baumwolle zeigt weniger Tuchzug, etwa 1 bis 3 Prozent. Synthetische Fasern wie Polyester zeigen minimalen Tuchzug. Mischgewebe liegen zwischen ihren Komponenten. Der Weber muss den Fasertyp und die zu erwartende Klimasituation kennen, um die richtige Patronenbreite genau berechnen zu können.

Tuchzug beeinflusst Breite und Gewicht. Wenn Fasern quellen, wird der Stoff nicht nur breiter, sondern auch schwerer, weil er Wasser aufgenommen hat. Diese Gewichtszunahme kann bei Wolltüchern erheblich sein. Der Feuchtegehalt stabilisiert sich bei Normalregain, typischerweise definiert als die Wassermenge, die bei 65 Prozent relativer Luftfeuchte und 20 Grad Celsius aufgenommen wird. Das ist eine Bedingung, die im Textilhandel zum Prüfen und Spezifizieren verwendet wird.

Warum es am Webstuhl wichtig ist

Ein Weber, der den Tuchzug ignoriert, fertigt zu schmale Ware. Wenn der Kunde 60 Zoll Fertigbreite verlangt, der Stoff aber ohne Tuchzugzuschlag auf eine 60-Zoll-Patrone gewebt wird, kommt die Ware vielleicht nur 57 Zoll breit aus dem Webstuhl und muss korrigiert oder wird reklamiert. Umgekehrt führt zu hohes Tuchzug zu überbreiter Ware, die zugeschnitten werden muss und Verschnitt verursacht.

Verschiedene Farbstoffe und Ausrüstungen beeinflussen den Tuchzug ebenfalls leicht. Manche Schlichte und Chemikalienbehandlungen verringern die Hygroskopizität der Fasern, andere verstärken sie. Ein gefärbtes Wollgewebe kann anders regain als ein ungefärbtes Muster vom gleichen Garn. Deshalb messen Betriebe den Tuchzug oft an Mustern, die mit der geplanten Ausrüstung vorbereitet wurden, nicht an Rohfaser.

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