Rückfluss
Englisch: return flow
Oberflächliches oder unter Tage fließendes Wasser, das nach Wassergabe das Feld verlässt.
Rückfluss: Wasser, das nach der Bewässerung das Feld verlässt
Rückfluss ist Wasser, das nach gezielter Wasserzufuhr zur Pflanzenproduktion aus einem bewässerten Feld abfließt. Er umfasst sowohl Oberflächenabfluss, der über den Boden wandert, als auch unterirdische Sickervorgänge, bei denen Wasser senkrecht und seitlich durch Bodenschichten sickert. Menge und Zeitpunkt des Rückflusses hängen von der Bewässerungsmethode, der Bodenart, der Feldneigung und der Wassermenge ab, die im Verhältnis zur Aufnahmefähigkeit von Pflanze und Boden aufgebracht wurde.
Oberflächenrückfluss entsteht, wenn Bewässerungswasser, Niederschlag oder Schneeschmelze die Infiltrationskapazität des Bodens übersteigt. Auf geneigten Feldern mit Überschwemmungs- oder Furchenbewässerung fließt das Wasser hangab zu Feldrändern oder Entwässerungsgräben. Auf ebenen Flächen mit Sprinkler- oder Tropfenbewässerung können Pfützen entstehen, aber geringerer Rückfluss ist üblich. Unterirdischer Rückfluss entwickelt sich, wenn Wasser unter die Wurzelzone eindringt, auf weniger durchlässige Schichten trifft und dann horizontal zu tiefergelegenem Gelände oder zu Entwässerungssystemen wandert.
Zusammensetzung und Wasserqualitätsbedenken
Rückfluss führt gelöste Salze, Nährstoffe, Pflanzenschutzmittel und Sedimente mit, die aus dem Boden und aufgebrachten Chemikalien stammen. In ariden und semiariden Regionen können angesammelte Salze im Rückfluss die Wasserqualität nachgelagerter Gewässer verschlechtern und sich im Boden von Feldern anreichern, die dieses Wasser erhalten. Nährstoffbelastung durch Stickstoff und Phosphor im Rückfluss trägt zur Überdüngung in aufnehmenden Gewässern bei. Diese Wasserqualitätsauswirkungen machen Messung und Management des Rückflusses für Bewässerungsverbände und Umweltbehörden wichtig.
Rückfluss unterscheidet sich vom Wassernzehrverbrauch, dem Anteil des aufgebrachten Wassers, der von Pflanzen transpiriert oder von Boden- und Wasserflächen verdunstet. Bei den meisten Bewässerungsanlagen macht der Rückfluss 30 bis 60 Prozent des aufgebrachten Wassers aus, wobei dies stark variiert. Bewässerungsplaner und Wasserrechtsmanager berechnen den verfügbaren Rückfluss, um zu schätzen, wie viel Wasser flussabwärts wiederverwendet werden kann, und Landwirte strukturieren Felder und Verfahren so, dass Rückfluss-Verluste von Nährstoffen und Chemikalien minimiert werden.