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Schiffbau und Werft

Bauch

Englisch: roach

Segeltuch, das an der hinteren Kante des Segels eine konkave Kurve statt einer geraden Linie bildet, um die Segelfläche über die eines einfachen dreieckigen Segels zu vergrößern.

Bauch: die Wölbung, die einem Segel mehr Kraft gibt

Ein Bauch ist die nach außen gewölbte Rundung entlang der hinteren Kante (Liek) eines Segels, die über die gedachte Gerade hinausgeht, die Kopf und Schothorn verbinden würde. Im Unterschied zu einem Segel mit einfachem dreieckigem Liek hat ein Segel mit Bauch eine konkave Kurve an der hinteren Kante, mit Material, das nach außen vorsteht. Dieses zusätzliche Tuch vergrößert die wirksame Segelfläche, ohne den Baum zu verlängern oder den Mast zu erhöhen.

Bäuche werden in Großsegel und Vorsegel mit gebogenen Latternen geschnitten, die in parallel zum Liek genähten Lattertentaschen sitzen. Die Latten, üblicherweise aus Fiberglas, Holz oder Kohlefaser, laufen waagerecht durch die genähten Taschen und halten die Kurve unter Windlast in Form. Ein typischer Bauch springt bei einem Kreuzfahrtgroßsegel um 15 bis 30 cm nach außen vor, je nach Segelgröße und Schnitt. Regattasegel haben oft kräftigere Bäuche, manchmal bis 15 Prozent der Unterliekslänge.

Wie der Bauch funktioniert

Wenn das Segel sich mit Wind füllt, stützen die Latten den gewölbten Teil, so dass er nicht zusammenfällt oder gegen sich selbst zurückfaltet. Die Kurve erzeugt zusätzliche Tiefenwölbung und Fläche in den oberen und mittleren Segelteilen, wo die aerodynamische Effizienz am höchsten ist. Diese Zusatzfläche ergibt mehr Antriebskraft, ohne dass man den Mast erhöhen oder den Baum verlängern muss. Allerdings erfordert der Bauch korrekte Laterrenspannung und Steifigkeit; sind die Latten zu schwach oder zu locker, flattert der Bauch und das Segel verliert an Kraft.

Der Bauch macht die Segelbehandlung komplizierter. Ein kräftig gewölbtes Segel überlappt die unteren Wanten und Spreizen weniger, was die Scheuerstellen verringern kann, erfordert aber sorgfältiges Handling mit den Latten beim Wenden und Halsen. Beim Hieven oder Aufrolles eines gewölbten Großsegels können die Latten am Baum oder am Gallows hängen bleiben, wenn man nicht bewusst damit umgeht. Auch die Reparatur ist aufwendiger, denn das Erneuern eines gewölbten Liek erfordert sorgfältiges Wiedereinbauen der Latten und ihrer Taschen.

Der Begriff leitet sich wahrscheinlich von der Ähnlichkeit der gewölbten Liekslinie mit dem Rücken eines Kakerlaken oder der Form ab, die eine Kakerlake von der Seite hat. Bei älteren Segelmachern gab es vor moderner Lattertentechnik nur sanfte Wölbungen oder gar keine. Das moderne Wölben ist eine unmittelbare Folge verbesserter Latterstoffe und Verstärkungstechniken, die in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts entwickelt wurden.

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