Rosa Mundi
Englisch: rosa mundi
Eine Spielart der Apotheker-Rose mit halbgefüllten Blüten, die intensive rosa Streifen auf weißem oder hellem Grund aufweisen.
Rosa mundi: die gestreifte Apothekerrose als Sport
Rosa mundi ist eine panachierte Sorte der Rosa gallica officinalis, der Apothekerrose. Sie bringt halbgefüllte Blüten mit einem charakteristischen Muster hervor: tiefrosafarbene oder karminrote Streifen und Flöckchen, die sich über einen weißen oder sehr hellrosa Untergrund ziehen. Die Blüte ist etwa 7 bis 8 Zentimeter groß, hat 20 bis 30 Blütenblätter und blüht einmal pro Saison in der Frühsommermitte. Im Gegensatz zur einfarbigen Mutterpflanze, die seit dem Mittelalter zu Heilzwecken kultiviert wird, existiert rosa mundi hauptsächlich als Zierrose und Sammlerobjekt.
Rosa mundi ist ein Sport, das heißt eine spontane genetische Mutation, die einen Trieb mit Blüten hervorbrachte, die sich vom Rest der Pflanze unterscheiden. Sports können instabil sein: Stecklinge von gestreiften Blüten schlagen manchmal zu durchgehend rosa Blüten zurück, die sich nicht von der Apothekerrose selbst unterscheiden lassen. Baumschulen haben diese Variabilität über Jahrhunderte hinweg durch sorgfältige Auswahl des Vermehrungsmaterials und durch Veredelung auf kräftige Unterlagen bewältigt. Die Pflanze wird üblicherweise auf Rosa canina oder ähnlich wuchskräftige Unterlagen veredelt, um zuverlässiges Anwachsen und Blütenansatz zu sichern.
Der Ursprung des Namens rosa mundi ist unsicher. Die wahrscheinlichste Erklärung führt ihn auf eine normannische Legende zurück, die die Blüte mit der im 12. Jahrhundert lebenden Fair Rosamond, der Mätresse Heinrichs II., verbindet, obwohl diese Zuschreibung unter Historikern der Zierpflanzen umstritten ist. Der Name ist in englischen Baumschulkatalogen mindestens seit dem 18. Jahrhundert gebräuchlich, zu einer Zeit, als die Rose bereits in europäischen Gärten etabliert war.
Wachstum und Anbau
Rosa mundi erreicht eine Höhe von 1 bis 1,5 Metern und hat einen ähnlichen Durchmesser. Sie verträgt schlechte Böden besser als viele andere Zierrosen und ist frosthart in gemäßigten Klimazonen. Die Hauptanbauherausforderung ist die Instabilität der Streifung: eine einzelne Pflanze kann Blüten hervorbringen, die von vollständig gestreift bis vollständig rosa bis nahezu weiß variieren, je nach Temperatur, Lichteinstrahlung und dem Alter des Triebes. Vermehrbetriebe müssen durchgehend variegierte Blüten für Stecklinge auswählen. Die Rose ist relativ krankheitsresistent, anfällig aber für Schwarzfleckenkrankheit und Echten Mehltau unter feuchten Bedingungen.
In Historischen Gärten und Sammlungen für Kulturpflanzen besitzt rosa mundi den Status einer dokumentierten historischen Sorte. Sie bleibt in kommerzieller Produktion, üblicherweise in kleinen Mengen, durch Spezialanbauer und Anbieter historischer Pflanzen erhalten statt durch Massenproduktionen. Die Instabilität ihrer Streifung, einst ein Ärgernis für kommerzielle Züchter, wird heute von Gärtnern als Teil ihres Charakters und ihrer Authentizität als lebendes Bindeglied zur mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Gartenkultur geschätzt.