Reihen ziehen
Englisch: row up
Furchen für die Aussaat graben oder in Reihen pflanzen.
Reihenanbau: Furchen ziehen und in Linien säen
Reihenanbau bedeutet, parallele Furchen in den Boden zu schneiden und Samen oder Setzlinge darin abzulegen, üblicherweise mit einer mechanischen Sämaschine oder einem Kultivator. Der Begriff beschreibt sowohl die Erdarbeit als auch das Säen als eine einzige Operation, und sie ist so verbreitet, dass Fahrer und Landwirte sie als Kurzform für die komplette Aufgabe verwenden. Die Furchen selbst werden zu den Reihen, die das Feld für die Wachstumssaison strukturieren.
Eine Reihenanbau-Operation beginnt mit einem Pflug, Lister oder einer speziellen Sämaschine, die den Boden in ein Damm- oder Furchenmuster aufbricht. Der Reihenabstand hängt von der Kultur ab: Mais wird typischerweise mit 76 bis 91 cm Mittenlinie zu Mittenlinie angebaut, Sojabohnen mit 38 bis 76 cm und Gemüse je nach Art und Ernteverfahren mit 30 bis 120 cm. Die Furchentiefe muss zur Saatgutgröße und Bodenfeuchte passen, normalerweise zwischen 2,5 und 7,5 cm bei Feldfrüchten.
Mechanische Sämaschinen kombinieren die Reihenanbau-Funktion mit Dosierung und Ablage: ein Coulter oder Öffner schneidet die Furche, ein Saatgutbecher oder Vakuum-Scheibe dosiert einzelne Samen oder Cluster, und ein Schließrad oder eine Kettenhacke zieht Boden über dem Samen zusammen. Moderne Sämaschinen erreichen 6,4 bis 9,6 km/h und können mehrere Reihen gleichzeitig bearbeiten. Traktor-montierte Geräte dominieren bei Feldarbeit, während Hand- oder Handschub-Geräte auf Gemüsemärkten und Kleinbetrieben zum Einsatz kommen.
Warum Reihenanbau und nicht einfach breit aussäen oder drillmaschinen? Reihen ermöglichen Zwischen-Reihen-Kultivierung zur Unkrautbekämpfung ohne Schädigung der Kultur, vereinfachen Vereinzelung und händische Ernte-Zugang und machen mechanische Ernte praktikabel. Die sichtbare Dammlinie oder Wuchslinie macht Feldverwaltung und Bestandsverfolgung über Saisons hinweg leichter nachverfolgbar.
Häufige Fehler sind übersprungene Samen (verschlissene Saatscheiben, feuchtigkeitsgeschwollene Samen), ungleichmäßige Tiefe (verschlissene Öffner, hydraulische Abweichung, Bodenverdichtung) und Keimlingsverlust, wenn der Boden sich über dem Samen zu locker oder zu fest schließt. Reihenabstand-Abweichung ist wichtig: ein Fehler von 2,5 cm pro Meile kann in manchen Kulturen 5 bis 10 Prozent Ertragsverlust durch Zwischen-Pflanzkonkurrenz verursachen.