einseitig bedruckt
Englisch: sheetwise
Bedruckung jeweils einer Seite eines Bogens mit Formwechsel zwischen den Seiten.
sheetwise: eine Seite pro Druckgang, wenden und wiederholen
Sheetwise-Druck bedeutet, eine Seite eines Bogens durch die Druckmaschine zu fahren, dann diesen Bogen zu entnehmen, zu wenden, wieder in die Zuführung einzulegen und die Rückseite in einem neuen Druckgang zu bedrucken. Jede Seite erhält ihren eigenen vollständigen Druckzyklus mit eigenem Druckform. Das unterscheidet sich grundlegend vom Perfecting, bei dem beide Seiten in einem einzigen Durchgang auf einer speziellen Maschine bedruckt werden.
Das Verfahren erfordert manuelle Handgriffe zwischen den Druckgängen oder halbautomatische Wendevorrichtungen an älteren Maschinen. Für kleine bis mittlere Auflagen von Spezialarbeit bleibt sheetwise praktikabel. Der Drücker muss durch sorgfältig positionierte Stifte oder Marken eine korrekte Passerung zwischen Vorder- und Rückseite sicherstellen; Passungenauigkeiten werden sichtbar und kostspielig, sobald es zu Verarbeitung oder Schnitt kommt. Die Farbpassung ist besonders anspruchsvoll, weil die Farbe zwischen den Druckgängen antrocknet und das Papier leicht aufgequollen oder geschrumpft sein kann.
Wann sheetwise sinnvoll ist
Sheetwise dominiert, wenn die Materialkosten eine sorgfältige Handhabung rechtfertigen, die Papierstärke die Grenzen von Perfecting-Einheiten überschreitet, oder wenn die Vorgaben Druckformen erfordern, die nicht für Perfecting konfigurierbar sind. Schweres Karton, strukturierte Kunstdruckpapiere oder Bogen mit einer Stärke von etwa 0,01 Zoll werden oft sheetwise gedruckt. Es kommt auch vor, wenn die Rüstzeit oder Farbkosten die Arbeitskosten für manuelles Wenden übersteigen, besonders bei kurzen Auflagen unter 5.000 Drucken pro Seite.
Der Begriff hat genaue Bedeutung: eine Druckform, eine Seite, pro Maschinendurchlauf. Häufig wird sheetwise mit Work-and-Turn verwechselt, bei dem eine einzelne Druckform beide Seiten bedruckt, indem der Bogen um 180 Grad um eine Kante gedreht wird, ohne Formenwechsel. Sheetwise erfordert zwei separate Druckformen oder ein Umstellen einer einzelnen Form zwischen den Seiten.
Digitale Offsetdruck und großformatige Inkjet-Maschinen haben sheetwise in der Massenproduktion seltener gemacht, aber der Begriff bleibt in Jobanforderungen, Kalkulationen und in Weiterverarbeitungsbereichen, die sheetwise-bedruckte Bogen erhalten, lebendig. Das Verständnis der sheetwise-Planung ist wichtig für die Terminierung: Eine 10.000er-Auflage benötigt 20.000 Druckgänge beim sheetwise-Druck, gegenüber einem Durchgang auf einer Perfecting-Maschine.