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Drucktechnik

Bottle

Englisch: bottle

Bei mehreren auf einem Bogen gedruckten Seiten: leichte Verdrehung beim mehrfachen Falten des Bogens.

Flaschenzug: wenn gefaltete Seiten aus dem Leim gehen

In der Bahn- und Bogenoffsetdruckerei bedeutet Flaschenzug, dass gedruckte Seiten sich beim zweifachen oder mehrfachen Falzen leicht zur Falzlinie verdrehen. Das Ergebnis sind Seiten, die schief in der fertigen Broschüre oder dem gehefteten Produkt sitzen, wobei die Außenkanten nicht mehr mit dem Rücken fluchten. Dies geschieht während des Falzvorgangs selbst, nicht während des Drucks.

Die mechanische Ursache ist einfach: Wenn das Falzmesser oder die Falzwalze auf das Blatt drückt, können Reibung und die Steifigkeit des Papiers dazu führen, dass die Greiferseite (die vom Gerät gehaltene Kante) leicht schneller oder langsamer vorankommt als die freie Kante. Bei jeder weiteren Falzung sammeln sich diese kleinen Verdrehungen an. Ein zweifach gefaltetes Blatt oder eine Lage mit vier oder mehr Seiten zeigt den Fehler am deutlichsten auf den äußeren Blättern. Holzstoff-Feuchte, Dicke und Oberflächenfinish beeinflussen alle, wie leicht ein Auftrag zum Flaschenzug neigt.

Wann es wichtig wird und wie man es vermeidet

Der Flaschenzug wird sichtbar, sobald das Buch aufgeschlagen wird: die Kante der äußersten Seite sitzt deutlich kürzer oder stolzer als ihre Nachbarn. Bei eng beschnittenen Produkten kann eine Flaschenzug-Kante ganz weggeschnitten werden. Bei locker beschnittenen Arbeiten sieht die Fehlausrichtung einfach nachlässig aus. Der Fehler ist besonders lästig bei gehefteten Magazinen und Newslettern, bei denen die äußeren Umschlagsseiten mehrere Lagen umfassen und jede Verdrehung sich aufsummiert.

Die Vermeidung konzentriert sich auf die Einstellung der Falzmaschine und die Materialwahl. Das Falzen von Papier mit seinem Zielfeuchtegehalt (normalerweise 4,5 bis 5,5 Prozent) verringert Steifigkeit und Greifunregelmäßigkeiten. Das Anpassen von Messerdruck oder Walzendruck, Zufuhrtiming und dem Winkel der Falzplatte kann Rutschungen minimieren. Einige Druckereien verwenden leicht angefeuchtete Tücher oder wenden vor dem Falzen eine Kantenbehandlung auf das Papier an. Sehr dicke oder gestrichene Sorten neigen stärker zum Flaschenzug und erfordern möglicherweise langsamere Geschwindigkeiten oder weichere Falzlineale.

Der Begriff stammt wahrscheinlich von der Form der versetzten Kante, die bei unterschiedlichen Seitenverdrehungen ein leicht gekrümmtes oder ausgebauchtes Profil annehmen kann und vage einer Flaschensilhouette ähnelt. Das Wort ist in europäischen und nordamerikanischen Druckereien noch verbreitet, erscheint aber weniger häufig in moderner Fachliteratur, da die Falzqualitätskontrolle zunehmend automatisiert wurde.

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