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Industriebedarf, Maschinen und Bauteile

Stromabnehmer

Englisch: shoegear

Bahnausrüstung, normalerweise auf Drehgestellen montiert, zum Stromabtransport von der Schiene.

Stromabnehmer: der Schleifkontakt, der Strom von der Schiene zum Zug führt

Ein Stromabnehmer ist ein Stromkollektor, der auf einem Eisenbahndrehgestell oder Fahrwerk montiert ist und den elektrischen Kontakt mit einer Stromschiene während der Zugfahrt aufrechterhält. Das Gerät gleitet über die Schienenoberfläche und leitet hochgespannte Ströme in das Stromsystem des Zuges. Die Kontaktfläche, normalerweise aus Kupferlegierung oder Graphitkomposit gefertigt, unterliegt kontinuierlichem Verschleiß und muss regelmäßig erneuert werden. Die meisten U-Bahnen und Nahverkehrssysteme mit Stromschienenbetrieb sind vollständig auf zuverlässige Stromabnehmer angewiesen.

Der Name leitet sich aus der Ähnlichkeit des Kontaktschuhs mit der Schuhsohle ab, die auf die Schiene drückt. Der Schuh selbst ist federgelagert, um konsistenten Kontaktdruck aufrechtzuerhalten, normalerweise zwischen 30 und 80 Pfund je nach Systemauslegung und Spannung. Wenn der Schuh über Unebenheiten, Stoßstellen und Verschmutzungen auf der Schienenoberfläche gleitet, sind Vibrationen und Verschleiß unvermeidbar. Der Federmechanismus kompensiert kleinere Schienenabweichungen, um Funkenbildung und Kontaktverlust zu verhindern.

Typische Probleme und Instandhaltung

Ausfallmuster bei Stromabnehmern sind vorhersehbar: Der Kontaktschuh verschleißt und verliert Anpressdruck, Verschmutzung auf der Schiene (Rost, Eis, Blätter, Schienenschmutz) blockiert den Stromfluss, oder der Schuh verliert Ausrichtung und damit Kontakt. Bei stark befahrenen Strecken werden Schuhwechselintervalle üblicherweise in Wochen oder Monaten gemessen, nicht in Jahren. Überstarke Funkenbildung am Kontaktpunkt erzeugt sichtbare blaue Funken und Funkstörungen; das signalisiert unmittelbevorstehendes Schuhversagen. Manche Systeme leiden unter wiederholten Ausfällen im Winter, wenn Feuchte und Salz Schuh und Schiene korrodieren.

Der Stromabnehmer sitzt in einem Halterrahmen, der Vertikalbewegung ermöglicht und die Rückstellfeder einbaut. Die komplette Baugruppe wird am Drehgestellrahmen verschraubt. Wenn der Schuh unter eine Mindestdicke verschlissen ist (oft 6 bis 10 Millimeter Resthöhe), muss er erneuert werden. Die Arbeit wird in einer Werkstatt oder Wartungsanlage durchgeführt: Das Drehgestell wird abgesenkt oder die Schuhhalterung wird abgeschraubt, der verschlissene Schuh wird herausgezogen und ein neuer eingesetzt.

Die Stromabnehmereistung wirkt sich unmittelbar auf die Verfügbarkeit von Zügen aus. Ein fehlerhafter Schuh kann anfangs keine Alarme auslösen und führt zu schleichender Stromlosigkeit, gedimmtem Licht oder reduzierter Traktion bei Beschleunigung. In Systemen, in denen mehrere Züge sich eine Stromschiene teilen, kann der fehlerhafte Stromabnehmer eines einzelnen Zuges zu Spannungsabfall führen, der den Nachbarverkehr beeinträchtigt. Netzbetreiber planen vorausschauende Schuhwechsel nach Laufleistung, Betriebsdauer oder Sichtprüfung des Verschleißzustands ein, um kaskadierende Ausfallketten zu vermeiden.

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