Einschicht-Dach
Englisch: single-ply roof
Ein Dachsystem, bei dem die Hauptabdichtung aus einer einzelnen Lage flexibler Membran besteht, meist aus Kunststoff oder Elastomer.
Einschichtige Dachabdichtung: eine Membran, vollflächig verlegt
Eine einschichtige Dachabdichtung ist ein Abdichtungssystem, bei dem eine durchgehende Schicht aus synthetischer Kunststoffmembran, üblicherweise 0,75 bis 2,3 mm dick, als alleinige Wetterschutzbarriere über dem gesamten Dachbelag dient. Anders als Bitumendächer (mehrlagig mit Teer und Filz) oder Metalldächer besteht dieses System aus einer einheitlichen Membran: ein Stück oder verschweißte Teile, die die gesamte Fläche in einer Ebene abdecken. Die Membran selbst trägt die gesamte Wasserableitungsfunktion, daher sind die Verlegungsqualität und die Festigkeit der Nähte entscheidend für die Lebensdauer des Systems.
Die zwei verbreiteten Membranen sind duroplastisch und thermoplastisch. Duroplastische Membranen wie EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) werden nach der Verlegung ausgehärtet und chemisch vernetzt; sie widerstehen Ozon und UV-Strahlung gut, erfordern aber Kleber oder mechanische Befestigung am Untergrund. Thermoplastische Membranen wie TPO (Thermoplastisches Polyolefin) oder PVC werden während der Verlegung an den Nähten wärmeverschweißt und können vollflächig geklebt oder mechanisch befestigt werden; sie bieten bessere Flexibilität bei Kälte, sind aber anfälliger für bestimmte Lösemittel und Öle. Beide werden über dem Untergrund ausgerollt und an Rändern und Durchdringungen befestigt.
Die Nahtausführung ist das Erfolgskriterium für einschichtige Systeme. Bei duroplastischen Membranen werden Nähte üblicherweise mit Kontaktklebstoff oder speziellen Klebstoffen auf überlappt verlegten Streifen versiegelt; die Qualität hängt von der Oberflächenvorbereitung, der Klebstoffsorte, den Bedingungen bei der Verlegung und der Aushärtezeit ab. Bei thermoplastischen Membranen werden die Membranränder durch Heißluftschweißung oder Extrusionsschweißung zusammengeschmolzen und bilden eine Verschmelzungsnaht; dieses Verfahren ist besser wiederholbar, erfordert aber geschulte Fachleute und günstige Wetterbedingungen (meist ab 10 °C). Beschädigungen, Korrosion von Befestigungsmitteln, Begehung und thermische Dehnung verursachen die meisten Lecks; Membran und Nähte müssen sich ausdehnen und zusammenziehen, ohne zu reißen.
Verlegung und häufige Mängel
Einschichtige Dächer werden auf drei Arten am Untergrund befestigt: vollflächig geklebt (Membran auf dem gesamten Untergrund), mechanisch befestigt (Befestigungsmittel in Reihen und an Rändern durch die Membran getrieben) oder hybrid (Befestigungsmittel an Umrand und Rändern, Kleber in der Fläche). Vollflächig geklebte Systeme widerstehen Wind besser und sind leiser, erfordern aber sorgfältige Untergrundvorbereitung und längere Aushärtezeiten. Mechanisch befestigte Systeme sind schneller und vertragen feuchte Unterlagen, komprimieren aber die Dämmung darunter und erzeugen konzentrierte Spannungsspitzen um die Befestigungsmittel. Alle drei Verfahren konzentrieren das Ausfallrisiko auf Dachränder, Ecken und Durchdringungen (Rohre, Lüftungen, Klimageräte), wo die Membran trotz Winddruck und thermischer Beanspruchung gedehnt, abgedichtet und haftend bleiben muss.
Der Name "einschichtig" grenzt sich direkt gegen ältere Bitumendächer ab, die "mehrschichtig" hießen, weil sie 3 bis 5 verklebte Lagen aus Filz und Bitumen erforderten. Kunststoffmembranen kamen in den 1960er Jahren auf und wurden in der gewerblichen Nutzung ab den 1990er Jahren Standard, weil sie schnellere Verlegung, geringeres Eigengewicht auf dem Tragwerk, einfachere Reparaturen und vorhersagbarere Alterung bieten. Die Lebensdauer liegt in gemäßigten Klimaten üblicherweise bei 15 bis 25 Jahren, wird aber durch UV-Exposition, Begehung und thermische Zyklen unter rauen Bedingungen verkürzt. In der Dachdeckerei insgesamt nimmt das einschichtige System eine Mittelstellung ein zwischen Metalldächern (höhere Anfangskosten, unbegrenzte Lebensdauer) und Asphaltschindeln (niedrigere Kosten, begrenzt auf geneigte Wohngebäudedächer).