Wälzschälen
Englisch: skiving
Ein Bearbeitungsverfahren zum Schälen von Metall mit verschiedenen Anwendungen einschließlich Zahnradherstellung.
Schälschneiden: gezieltes Metallspanen zur Kantenschärfung und Oberflächenfinish
Schälschneiden ist ein Zerspanprozess, bei dem eine dünne Materialschicht mit einem speziell geformten Schneidwerkzeug von einem Werkstück abgetragen wird. Das Werkzeug hat typischerweise einen kleinen Spanwinkel und bewegt sich unter flachem Winkel über die Oberfläche, wobei es Metall in feinen Spänen abhebt statt schwere Späne zu erzeugen. Das Ergebnis ist eine präzise, saubere Kante oder Konturform, oft mit hervorragender Maßgenauigkeit und geringerem Verschleiß des Werkzeugs im Vergleich zu konventionellem Drehen oder Fräsen.
In der Zahnradfertigung wird das Schälschneiden zum Fertigen von Zahnrädern auf zylindrischen Rohlingen eingesetzt. Ein Schälschneidrad, das der fertigen Zahnform ähnelt, rotiert und bewegt sich kontrolliert in einer spiralförmigen Bahn über das Werkstück. Diese Methode erzeugt effizient Evolventenzahnprofile auf Stirn- und Schrägverzahnungen und kann in einem einzigen Durchgang nahezu auf Endmaß bringen. Schälgeschnittene Zahnräder benötigen oft wenig oder gar kein anschließendes Schleifen.
Der Prozess wird auch bei Kantenbearbeitung und Finishing angewendet. Metallstanzteile, Blechkomponenten und zerspante Teile werden schälgeschnitten, um Grate zu entfernen, Scharfkanten zu verrunden oder exakte Fase zu erzeugen. Dabei kann das Schälwerkzeug ein einfaches Schrägmesser oder ein geformtes Formwerkzeug sein, das die Kante mit kontrollierter Tiefe und Geschwindigkeit durchfährt. Automobil- und Wälzlagerhersteller nutzen das Schälschneiden für gleichbleibende Kantengeometrie an gehärteten oder weichen Werkstoffen.
Herkunft des Namens und Unterschiede zu anderen Verfahren
Der Begriff "Schälschneiden" stammt aus Besteck- und Lederbearbeitung, wo er das Abschaben oder Abpalen dünner Streifen bedeutete. In der Metallbearbeitung hat sich der Name erhalten, weil die Bewegung tatsächlich ein Schälhub statt ein schwerer Schnitt ist. Das unterscheidet Schälschneiden vom Räumen, das mehrere Zähne hintereinander nutzt, um Material stufenweise abzutragen, und vom Schleifen, das eine Schleiffläche einsetzt. Schälschneiden ordnet sich zwischen Finish- und Halbfertigoperationen ein, schnell genug für die Produktion, aber präzise genug, um den für das Endschleifen notwenigen Aufmaß zu minimieren.
Schälschneiden funktioniert auf Eisen- und Nichteisenmetallen gut, doch Werkzeugwerkstoff und Schnittgeschwindigkeit müssen sorgfältig für gehärtete Stahlzahnräder gewählt werden, bei denen höhere Schnittgeschwindigkeiten und Hartmetallwerkzeuge Standard sind. Der Prozess erzeugt weniger Wärme als unterbrochene Schnitte und bringt eine glattere Oberflächengüte, typisch 0,8 bis 1,6 Mikrometern Ra bei Stahlzahnrädern je nach Werkzeugzustand und Vorschubgeschwindigkeit. Die Kühlmittelwahl ist wichtig, da die feinen Späne sauber abtransportiert werden müssen, um Verschleudere und Werkzeugverschleiß zu vermeiden.