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Metallbearbeitung

Abklopfen

Englisch: rap

Ein Modell in einer Form durch leichte Schläge auf das Modell freimachen, um seine Entfernung zu erleichtern.

Rappen: ein Muster durch Klopfen aus der Sandform lösen

Beim Sandguss ist Rappen das kontrollierte Anklopfen eines Musters gegen die Wände seiner Formhohlraum, um die Haftung zwischen Muster und Sand zu unterbrechen. Das Muster, normalerweise aus Holz, Kunststoff oder Metall, sitzt in verdichteter Formsand; ohne diesen Lösungsschritt riskiert man beim Ausziehen, die Form zu beschädigen und den Guss zu ruinieren. Ein Rappwerkzeug, ein flacher oder konischer Stahlstab, wird leicht gegen die Musterkanten und Oberflächen geschlagen und vibriert so lange, bis sich die Sandkörner trennen, ohne die ganze Form auseinanderzureißen.

Die Technik erfordert Erfahrung. Zu leicht, und das Muster bleibt kleben; zu kräftig, und die Form bricht auf, das Muster zersplittert, oder die Unterform verschiebt sich gegenüber der Oberform, was zu einer Stufe im Endprodukt führt. Erfahrene Formgießer entwickeln ein Gefühl für die richtige Schlagkraft und den richtigen Rhythmus, oft in methodischer Abfolge um den Musterumfang herum. Maschinengestützte Rappvorrichtungen standardisieren dies heute in Großseriengiessereien mit pneumatischen oder hydraulischen Schlagmechanismen, die auf spezifische Mustergewichte und Sandtypen kalibriert sind.

Mustermaterial und Formzustand

Holzmuster, häufig in kleinen Jobgießereien anzutreffen, lassen sich leichter rappen als Kunststoff oder Metall, weil Holz leicht nachgibt; Metallmuster in der Serienfertigung erfordern aggressiveres Rappen. Die Zusammensetzung der Formsand beeinflusst die Haftung ebenfalls: Grünsand (ungebrannt, feuchtigkeitsgebunden) löst sich anders als chemisch gebundene Kernsand. Trennmittel, ein trockenes Talk- oder Graphitpulver, das vor dem Einsetzen des Musters auf die Formoberfläche aufgebracht wird, verringert das Kleben und reduziert die nötige Rappkraft um etwa die Hälfte.

Rappen erfüllt auch eine Nebenfunktion: Es setzt den Sand leicht ab und verbessert die Maßgenauigkeit sowie reduziert die Porenbildung unter der Oberfläche in Musternähe. Die Vibration schließt Mikroporen, die sonst während des Metallgusses Luft einschließen würden. Deshalb behalten auch Gießereien mit mechanischer Musterentfernung (Stripperplatten) häufig leichtes manuelles Rappen als Fertigungsschritt vor dem Ausziehen des Musters bei.

Der Begriff selbst spiegelt die lautmalende Benennungsgewohnheit der Metallbearbeitung wider: Das Rappen ist der eigentliche scharfe Schlag, und das Verb "rappen" beschreibt sowohl den Schlag als auch seine Wirkung. Der Begriff erscheint bereits in Gießerei-Handbüchern des 19. Jahrhunderts und ist bis heute Standardfachsprache, obwohl sich die Technik seit Entstehen des Sandgusses im Mittelalter grundlegend nicht verändert hat.

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