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Fertigung

Kettendichte

Englisch: sley

Die Anzahl der Kettfäden pro Zoll im Gewebe.

Kette: Fadendichte gemessen in Fäden pro Zoll

Die Kette ist eine grundlegende Spezifikation beim Weben, die beschreibt, wie dicht die Kettfäden über den Webstuhl gepackt sind. Sie wird als Anzahl der Kettfäden pro Zoll Tuchbreite angegeben und liegt typischerweise zwischen 20 und 200 Fäden pro Zoll, je nach Gewebetyp. Ein Gewebe mit 80er Kette zum Beispiel hat 80 einzelne Kettfäden in jedem horizontalen Zoll des fertigen Tuchs.

Die Kette steuert direkt die Gewebedichte und die Griffigkeit. Feine Gewebe wie Popeline oder Baumwollstoff verwenden hohe Kettendichten, oft 120 bis 160 Fäden pro Zoll, und erzeugen dichtes, glattes Gewebe mit guter Drapierbarkeit und Knitterbeständigkeit. Grobere Stoffe wie Leinwand oder schwere Hemdenstoffe laufen bei 40 bis 80er Kette. Die Kettendichte wird beim Webstuhl-Setup durch Auswahl des passenden Kammes festgelegt, ein kammartiges Bauteil, das die Kettfäden beim Betrieb trennt und führt.

Ketteneinstellung und Messung

Der Kamm selbst wird durch zwei Zahlen spezifiziert: Fadenzahl und Zahnweite. Ein 100er-Kamm hat 100 Öffnungen pro Zoll; wie viele Kettfäden durch jede Öffnung gezogen werden, bestimmt die endgültige Kette. Das Einziehen von 2 Fäden pro Zahn in einem 100er-Kamm ergibt 200er Kette. Dieser modulare Aufbau ermöglicht es den Mühlen, unterschiedliche Kettendichten zu erreichen, ohne die Ausrüstung zu wechseln. Weber zählen die Kette, indem sie das fertige Gewebe mit einem Fadenzähler messen oder anhand bekannter Kettfadenzahlen und Webstuhl-Einstellungen berechnen.

Die Kette beeinflusst mehr als nur das Aussehen. Enge Ketten erfordern feinere Kettgarne und erzeugen höhere Spannung am Webstuhl, was zu häufigeren Fadenrissen und höherem Energieverbrauch führt. Lockere Ketten ermöglichen schwerere Garne und schnellere Webstuhl-Geschwindigkeiten, ergeben aber schwächeres Gewebe. Mühlen gleichen diese Zielkonflikte je nach Endverwendung aus: Kleidung erfordert feines Griff- und Oberflächenbild; Industriegewebe priorisieren Haltbarkeit und Produktionsgeschwindigkeit.

Der Begriff stammt aus dem Altenglischen slae, was trennen oder teilen bedeutet, und spiegelt die Grundfunktion des Kammes wider, die Kettfäden zu teilen und zu organisieren. Kette wird im alltäglichen Sprachgebrauch manchmal auch als Schussdichte oder Kettdichte genannt, wobei Schussdichte korrekt auf den Schuss und nicht auf die Kette bezieht. Verwechslung dieser Begriffe ist häufig, führt aber zu Spezifikationsfehlern, daher ist Präzision in der Verwendung auf dem Fabrikboden wichtig.

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