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Landtechnik

Gärsubstrat

Englisch: slurry

Gemisch aus Tiermist, anderen organischen Stoffen und teilweise Wasser, das in einer Gärgrube gelagert und als Dünger verwendet wird; auch in Kombinationen wie Schweinegärsubstrat.

Gülle: flüssiger Dünger, einsatzbereit für die Feldausbringung

Gülle ist ein pumpfähiges Gemisch aus Tierexkrementen, Einstreu, Wasser und gelösten Nährstoffen, das sich in Tierställen und Lagersystemen ansammelt. Sie entsteht natürlicherweise, wenn feste Ausscheidungen mit Urin, Regenwasser und Reinigungswasser vermischt werden und zerfallen. Die Konsistenz reicht von pumpbar (etwa 5 bis 8 Prozent Trockensubstanz) bis zu zähflüssigem Schlamm (15 Prozent Trockensubstanz oder mehr), je nachdem wie viel Einstreu und Wasser vorhanden sind und wie lange die Gülle gelagert wurde.

Verschiedene Tierarten erzeugen charakteristisch unterschiedliche Güllezusammensetzungen. Schweinegülle ist eher dünnflüssig, weil Schweine große Urinmengen bei geringerer Einstreu produzieren; Rindergülle ist oft zähflüssiger, wo strohbasierte Einstreu dominiert; Geflügelgülle ist noch dünnflüssiger. Jeder Typ enthält unterschiedliche Anteile von Stickstoff, Phosphor und Kalium, die den Düngewert beeinflussen. Anaerobe Bakterien bauen während der Lagerung organische Substanz ab, erzeugen Methan und Schwefelwasserstoff und wandeln einen Teil des Stickstoffs in Ammoniak um.

Gülle wird in Tanks oder Lagerbecken (oft Güllegruben genannt) gelagert, die aus Beton, Mauerwerk oder Kunststofffolien gebaut sind. Die Lagerdauer beträgt typischerweise mehrere Monate bis zu einem Jahr, um Sedimentation und Keimabbau vor der Feldausbringung zu ermöglichen. Je länger die Lagerung, desto mehr Nährstoffe können durch entweichende Gase verloren gehen, obwohl gut verschlossene Systeme diesen Verlust minimieren.

Ausbringung und praktische Anforderungen

Die Ausbringung erfolgt mit Tankwagen, die mit Pumpen und Verteilerbalken oder Schleppschuhen ausgestattet sind und die Gülle direkt auf Grünland oder vor dem Umbruch in Ackerboden ausbringen. Oberflächenausbringung ist billiger, setzt aber mehr Ammoniak frei; injizierte Ausbringung (Schleppschuh oder flache Bodenbearbeitung) behält mehr Stickstoff im Boden. Zeitpunkt und Wetter sind entscheidend: Ausbringung auf gefrorenem Boden führt zu Oberflächenabfluss; Ausbringung vor starkem Regen kann Gewässer belasten. Geruchsbelästigung und Fliegenprobleme sind hartnäckige Probleme, besonders bei warmem Wetter und in dicht besiedelten Gebieten.

Die Güllewirtschaft unterliegt in den meisten Ländern strengen Vorschriften wegen der Risiken der Gewässerverschmutzung und Ammoniakemission. Die Lagerkapazität muss ausreichen, um Feldausbringung während nasser Winter zu vermeiden, wenn der Boden sie nicht aufnehmen kann. Der Begriff wird häufig attributiv verwendet: Schweinegülle, Rindergülle, Geflügelgülle, jeweils mit unterschiedlichen Handhabungs- und Ausbringsprotokollen. Moderne Betriebe nutzen zunehmend Gärbehälter, um Biogas vor der Ausbringung des Rückstands zu erzeugen, was Geruchsbelästigung reduziert und Energie schafft, während der größte Teil des Düngewerts erhalten bleibt.

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