Petit
Englisch: small text
Kleine Schriftgröße, in französischen und italienischen Druckereien üblicherweise mit Brevier gleichgesetzt, technisch jedoch als 7,5 Didot-Punkte definiert.
Kleine Schrift: 7½-Punkt-Type, vorwiegend französisches und italienisches Erbe
Kleine Schrift ist eine historische Schriftgröße von 7½ Didot-Punkten, die hauptsächlich in französischen und italienischen Drucktraditionenen verwendet wurde. Im Didot-Punktsystem, das die Pica in 12 Punkte unterteilt, anstatt in die 72 Punkte pro Zoll der angloamerikanischen Typografie, liegt die kleine Schrift zwischen Nonpareille mit 6 Punkten und Brevier mit 8 Punkten. Der Begriff ist heute außerhalb historischer typografischer Diskussionen weitgehend veraltet, obwohl Bleilettern in dieser Größe bis weit ins 20. Jahrhundert gegossen und verwendet wurden.
Der Unterschied zwischen kleiner Schrift und Brevier ist eher technischer als praktischer Natur. Beide Größen wurden ähnlich in Büchern, Fußnoten und Nachschlagewerken verwendet, und Drucker verwendeten die Begriffe oft je nach Gießerei, Region oder lokaler Gewohnheit wechselweise. Kontinentaleuropäische Schriftgießereien behielten die Unterscheidung rigoroser bei als britische oder amerikanische Betriebe. In der metrischen Ära entsprechen 7½ Didot-Punkte ungefähr 2,65 Millimetern, etwas kleiner als die in moderner digitaler Typografie häufige 10-Punkt-Größe.
Warum die Verwechslung mit Brevier
Brevier mit 8 Didot-Punkten war um vieles häufiger und kostengünstiger zu lagern. Ein Drucker, der kleine Display- oder Anmerkungslettern benötigte, verwendete oft Brevier, anstatt in einen kompletten Satz kleine Schrift zu investieren, da der halbe Punkt Unterschied im gedruckten Material kaum wahrnehmbar ist. Schriftgießereien profitierten von dieser Überschneidung, indem sie 8-Punkt-Material je nach Marktnachfrage manchmal als Brevier oder kleine Schrift bezeichneten. Diese Mehrdeutigkeit verschärfte sich, als britische Punktsysteme und amerikanische typografische Standards den Handel zu dominieren begannen.
Kleine Schrift findet sich in historischen Druckmustern und Gießerei-Katalogen, besonders von Unternehmen wie Deberny und Peignot in Frankreich oder Nebiolo in Italien. Bleilettern in dieser Größe sind noch in Letterpress-Studios und historischen Druckwerkstätten in Gebrauch, doch vollständige Schriftsätze zu beschaffen ist schwierig. Digitale Schriftgestalter beleben historische Größen gelegentlich zur authentischen Komposition klassischer Texte wieder, aber kleine Schrift hat kein standardisiertes Unicode- oder PostScript-Äquivalent.
Das Verständnis von kleiner Schrift ist wichtig für alle, die historische Bleilettern restaurieren, katalogisieren oder bearbeiten, besonders kontinentaleuropäisches Material. Die Größe erscheint häufig in Büchern, Flugblättern und Handelsdrucken des 18. und 19. Jahrhunderts, wo Wirtschaftlichkeit und Lesbarkeit in Einklang gebracht werden mussten. Die korrekte Identifizierung von kleiner Schrift verhindert Fehlzuordnungen von Schriftarten und hilft bei der Datierung von Druckmustern.