Schrifthohe
Englisch: height to paper
In der Schriftgießerei die Länge einer Type von ihrer Druckfläche bis zur Fuß.
Schrifthohe: die vertikale Abmessung, die die Type fest in der Form hält
Die Schrifthohe ist der genaue vertikale Abstand von der Druckflache einer Type bis zum Boden ihres Korpers oder Fues. Diese Abmessung bestimmt, ob die Type uberhaupt druckt und ob sie gleichmasig uber eine ganze Form druckt. Im Hochdruckverfahren muss alle Type exakt die gleiche Hohe haben, damit sie beim Einschlies in die Druckform und beim Durchlauf durch die Presse jeden Buchstaben mit gleichmasigem Druck auf das Papier bringt.
Die Standardschrifthohe im anglo-amerikanischen Druckwesen betragt seit dem 19. Jahrhundert 0,918 Zoll (23,317 mm), obwohl europaische Schrifigiesereien teilweise nach leicht abweichenden Normen gossen. Eine Type, die auch nur 0,005 Zoll zu kurz ist, beruhrt das Papier nicht; eine zu hohe riskiert Beschadigungen an der Presse oder einen dunkleren Druck als die umgebenden Buchstaben. Giessereien masaten diese Abmessung mit grositer Genauigkeit mit speziellen Lehren, und Drucker erhielten sie durch sorgfaltige Lagerung und Behandlung.
Wo Abweichungen auftreten
Holztype und Grothalbfettschriften wurden manchmal in nicht normierter Hohe gegossen oder montiert. Grosse Metall-Display-Type fur die Kunstdruckerei, Linien, Ornamente und Schrifigieserei-Linien und Blindmaterial erforderten alle Ubereinstimmung mit der festgelegten Hohe, sonst musste der Drucker sie auf dem Stein unterlegen oder nacharbeiten. Stark abgenutzte oder beschadigte Type konnte von einer Giesserei nachgearbeitet werden, um ihre Brauchbarkeit wiederherzustellen, was ihre Gesamthohe reduzierte und einen Ausgleich beim Schreiben erforderte.
Die Handkomposition erforderte standige Aufmerksamkeit: eine einzelne Type, die nur um ein oder zwei Tausendstel Zoll zu tief lag, wurde heller drucken oder uberhaupt nicht. Linotype-Maschinen und Monotype-Giesmaschinen waren so konstruiert, dass sie Zeilen und einzelne Typen in genauer Ubereinstimmung mit den Schrifthohen-Vorgaben produzierten. Der Aufstieg des Fotosatzes und der digitalen Satzherstellung beseitigte dieses Dimensionsproblem vollstandig, was ein Grund dafur ist, dass die Schrifthohe heute hauptsachlich ein historisches Interesse ist.
Das Verstandnis dieses Begriffs ist unverzichtbar beim Arbeiten mit geborgener oder antiker Metall-Type oder beim Betrieb einer Handpresse mit zusammengesuchten Typen. Eine gemischte Sammlung von Type aus verschiedenen Giessereien oder Zeiten kann leichte Hohenunterschiede aufweisen, die die Druckqualitat beeinflussen. Drucker, die mit Metall-Type arbeiten, sprechen immer noch von Schrifthohe, wenn sie ungleichmasige Abdrucke diagnostizieren oder erklaren, warum zuruckgewonnene Type vor der Verwendung mechanisch korrigiert werden muss.